Wehr in Losheim am See : Sie sind zur Stelle, wenn es ernst wird

Die Losheimer Feuerwehr hat einen Blick auf das vergangene Jahr geworfen. Bei der Versammlung gab es auch Zeit für Auszeichnungen: Der frühere Bürgermeister Lothar Christ erhielt die Floriansmedaille.

Zum ersten Mal seit vielen Jahren gibt es bei der aktiven Wehr in Losheim einen leichten Rückgang. Zwar sind es nur sieben Personen, aber, sagte Gemeindewehrführer Andreas Brausch besorgt, das sei doch ein Indiz dafür, dass Verluste durch Wegzug oder Eintritt in die Altersabteilung nicht mehr so leicht kompensiert werden können. Immerhin verfügt die Losheimer Wehr über 426 Aktive, darunter 52 Frauen, und die Jugendwehr ist von 138 auf 142 angewachsen.

Noch sind genügend Einsatzkräfte zur Stelle, wenn es ernst wird, aber die Tagesverfügbarkeit stellt eine immer größere Herausforderung dar, hieß es. Brausch dankte allen Arbeitgebern, die ihre Mitarbeiter für Rettungs- und Hilfsaktionen freistellen. Leider gehöre die Gemeindeverwaltung derzeit noch nicht dazu. Hier versprach allerdings Bürgermeister Helmut Harth, den Beschäftigten von Bauhof, Verwaltung und Eigenbetrieb künftig die Anwesenheit bei Tageseinsätzen zu ermöglichen.

Der Zeitaufwand, den ein aktives Mitglied der Feuerwehr für sein ehrenamtliches Engagement erbringen muss, wird oft unterschätzt. Es gilt ja, nicht nur im Notfall auszurücken, um ein Feuer zu löschen oder technische Hilfe zu leisten. Viele Stunden werden in Aus- und Weiterbildungen investiert, in Übungen und der Pflege von Gebäuden, Fahrzeugen und Gerätschaften. Nicht selten legen die Wehrleute auch persönlich mit Hand an, wenn eine Feuerwache renoviert, gestrichen oder erweitert werden muss.

„Wenn die Gemeinde all diese Tätigkeiten bezahlen müsste, wäre sie nicht in der Lage, ihre Bevölkerung nachhaltig vor Feuer und anderen Katastrophen zu schützen“, erklärte Bürgermeister Harth. Erfreulicherweise gab es im Jahr 2019 nur 29 Klein-, einen Mittel- und zwei Großbrände, und dank der relativ ruhigen Wetterlage waren auch wesentlich weniger technische Hilfeleistungen erforderlich als im Jahr zuvor. Mehr als hundert Mal rückte die Feuerwehr aus, um benachbarten Löschbezirken zur Hilfe zu kommen. Im Rahmen von technischen Einsätzen und Amtshilfen wurden 32 Personen gerettet. Drei Menschen konnten nur noch tot geborgen werden und zwei Angehörige der Feuerwehr wurden bei Einsätzen verletzt.

Brausch gab einen Überblick über notwendige Anschaffungen und Baumaßnahmen. Der Kernort wird eine neue Rettungszentrale bekommen. Das Gelände, am Ortsausgang Richtung Bachem gelegen, wurde bereits erworben und der Bau soll in den kommenden beiden Jahren ausgeführt werden. Bei den Gebäuden der Löschbezirke Britten, Hausbach, Mitlosheim und Wahlen besteht Handlungsbedarf. In Scheiden wurde in Eigenarbeit ein neuer Boden gelegt, und ein Anstrich wurde vorgenommen.

Die Neuanschaffung mehrerer Fahrzeuge befindet sich in Planung. Mittlerweile kostet ein neues HLF 10 rund 355 000 Euro. Damit soll in Britten das LF 16 aus dem Jahre 1985 ersetzt werden. Für Wahlen wird ein Mannschaftstransportwagen anvisiert und für Niederlosheim ein Tragkraftspritzenfahrzeug mit Wasser.

Gemeindejugendwart Oliver Mohr konnte einen leichten Zuwachs seiner Mitglieder verzeichnen. Fünf Jungfeuerwehrleute wurden in die aktive Wehr übernommen. Dank einer Spende der Losheimer Brauerei, ergänzt durch eigene Mittel, konnte ein Mannschaftszelt angeschafft werden, das beim nächsten Jugendzeltlager gute Dienste leisten wird. Mohr dankte seinen Gruppenleitern und Betreuern, die sich ihren Aufgaben mit großer Hingabe widmen. Auch bei den Löschbezirksführern habe es für Belange der Jugendarbeit stets offene Ohren und helfende Hände gegeben.

Kreisbrandinspekteur Siegbert Bauer fand Worte des Lobes und der Anerkennung für die Losheimer Wehren, vor allem für Gemeindewehrführer Andreas Brausch, der nach Bauers Worten bezüglich Einsatzfreude und Begeisterung stets mit gutem Beispiel vorangeht. Mit der Floriansmedaille des KBI bedachte Bauer den ehemaligen Bürgermeister der Gemeinde Losheim, Lothar Christ. „14 Jahre lang haben wir Seite an Seite gearbeitet und dabei auch schon mal bis zu den Knien im Matsch gestanden“, erinnerte er sich.

Kreisbrandinspekteur Siegbert Bauer überreicht Bürgermeister a.D. Lothar Christ (links) die Floriansmedaille mit Urkunde. Foto: Werner Krewer

Auch Brausch schloss seine Rede mit Dankesworten. Er würdigte vor allem die Arbeit seiner Kameraden, die viele Freizeit, die sie dafür opfern und die Bereitschaft, immer wieder auszurücken, um unter dem Einsatz ihrer eigenen Gesundheit das Leben und den Besitz ihrer Mitbürger zu schützen.