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| 19:38 Uhr

Festivals am Stausee: Behinderte willkommen

Hartmut Engler tritt mit Pur am kommenden Samstag am Stausee Losheim auf. Foto: Jens Wolf/dpa
Hartmut Engler tritt mit Pur am kommenden Samstag am Stausee Losheim auf. Foto: Jens Wolf/dpa FOTO: Jens Wolf/dpa
Losheim. 18 000 Fans werden erwartet, wenn am Samstag die Pop-Band Pur am Stausee in Losheim spielt. Mit dabei: eine gehbehinderte Frau aus Noswendel und eine Rollator-Nutzerin. Beide haben ihren Platz in dem Rollstuhlfahrer-Bereich. Margit Stark

Pop, gespielt von einer der bekanntesten Band Deutschlands, an einem romantischem Platz, dem Losheimer Stausee: Auf das Open-Air-Konzert mit Pur auf dem Eventgelände hat sich die Frau aus Noswendel seit Wochen gefreut. Doch die fast blinde und gehbehinderte Anhängerin von Sänger Hartmut Engler und seinen Jungs musste zunächst befürchten, dass ihr die Reise ins Abenteuerland verwehrt wird, wie einer der zahlreichen Songs des Quartetts heißt. Grund: Der Gastgeber, Popp Concerts aus Trier, haben der Behinderten nach ihrem Bekunden zunächst den Bereich verwehrt, der Rollstuhlfahrern vorbehalten ist.

Kein eigenes Ticket

Die SZ hat nachgefragt: "Bei behinderten Personen, die nachweislich eine Begleitperson benötigen (B im Ausweis), hat diese freien Eintritt und braucht kein eigenes Ticket", teilen die Veranstalter auf ihrer Internetseite mit. Sogar eine eigene Telefonnummer gibt es für die Buchung von Rollstuhl-Plätzen. "Ich habe ein B für Begleitperson in meinem Ausweis, zudem noch ein BL für blind und ein G für gehbehindert. Denn als Blinder ist man automatisch gehbehindert und in seiner Bewegung eingeschränkt", sagt sie. Das Recht, das Rollstuhlfahrer eingeräumt werde, fordere sie auch für andere Menschen mit Behinderung, zum Beispiel für Blinde. Was sie wurmt: Bei dem Konzert vor drei Jahren war sie nach ihren Worten von der Security an dem eigens für Rollstuhlfahrer eingerichteten Eingang empfangen und zu einem Sitzplatz in den Rollstuhlfahrerbereich begleitet worden - ein Entgegenkommen, das sie auch für das Konzert am Samstag anmahnt. "Ich hätte mir auch einen Campingstuhl mitgebracht", sagt sie. "Es ist ein Stehkonzert, für das wir mit 18 000 Besuchern rechnen", sagt Oliver Thomé, Geschäftsführer von Popp Concerts.

Extra-Eingang

Für Rollstuhlfahrer sei ein gesondertes Terrain eingerichtet worden - mit einem Extra-Eingang. "Die Leute können geteerte Wege nutzen, brauchen nur wenige Meter übers Gelände und sind dann am Ziel." Natürlich könne man kurzfristig auch anderen Behinderten den Zugang zu dem Platz für die Rollstuhlfahrer ermöglichen. Generell diesen Menschen einen Sitzplatz garantieren, sei nicht machbar. "Diese Leute haben ja eine Begleitperson bei sich, die freien Eintritt hat, und können sich mit ihr daher auch auf dem Gelände bewegen." Es gibt laut Thomé auch Rollstuhlfahrer, die mit ihrer Begleitperson in der Menge das Konzert hören, nicht auf dem eigens eingerichteten Terrain. Klappstühle, aufblasbare Hocker, Sessel und Decken sind nach seinen Worten aus Sicherheitsgründen ausnahmslos untersagt. Als Grund nennt er die verschärften Sicherheitsbestimmungen nach den Amokläufen und den Attentaten in Bayern.

Für die Frau aus Noswendel hat sich nach ihrem Bekunden mittlerweile alles zum Guten gewendet. "Ich kann in den Rollstuhlfahrer-Bereich - mit einer Begleiterin vom saarländischen Kulturschlüssel. Der Verein öffnet körper- und mehrfachbehinderten Menschen das Tor zum kulturellen Leben. Den Zutritt zu dem Rollstuhlfahrer-Bereich ist auch einer Rollator-Nutzerin gewährt worden, die sich bei der SZ beschwert hatte. "Die Behinderten müssen sich bei uns registrieren lassen", heißt es von Popp Concerts.