„Etwas geht immer“

Losheim soll zukünftig ein noch attraktiverer und kundenfreundlicherer Wirtschaftsstandort werden. Dies und die „Gefahr“ durch den Online-Handel waren Themen der Vorträge beim Empfang des VLU.

Zum traditionellen Neujahrsempfang des Verbandes Losheimer Unternehmen (VLU) begrüßte am Sonntag Vorstandssprecher Norbert Heinz den Bürgermeister der Gemeinde Losheim am, Lothar Christ, den Ortsvorsteher und Landtagsabgeordneten Stefan Palm, Altbürgermeister Raimund Jakobs und zahlreiche Mitglieder des VLU und des Losheimer Wirtschaftsforums.

Im Mittelpunkt der Vorträge und Gespräche stand der Kunde, der bis Ende 2017 voraussichtlich ein Viertel seiner Einkäufe im Internet tätigen wird.

Die Gemeinde unternimmt seit vielen Jahren intensive Anstrengungen, um Losheim zu einem attraktiven und kundenfreundlichen Wirtschaftsstandort zu machen und konnte dabei auch schon etliche Erfolge verbuchen. "4,9 Millionen Euro Gewerbesteuer zeugen von einer guten Kaufkraftbindung", erklärte Bürgermeister Christ. Trotz einer erneuten Erhöhung der Kreisumlage und der durch die Flüchtlinge entstehenden Kosten können auch in diesem Jahr wieder Projekte realisiert werden. Investiert wird in die Bereiche Schulbad, Tourismus, Infrastruktur der Dörfer, in die energetische Sanierung öffentlicher Gebäude und in die Gewerbegebiete. Christ dankte allen, die sich im vergangenen Jahr um die Förderung des Wirtschaftsstandortes Losheim verdient gemacht haben.

"Losheim ist ein attraktiver Wohnort", bescheinigte Herbert Mayer, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Untere Saar. Auch die VLU leiste eine hervorragende Arbeit, aber all das werde auf die Dauer nicht genügen. Jeder einzelne Geschäftsmann und Dienstleister müsse sich über seine Kunden Gedanken machen.

Da der Online-Handel weiter wachsen wird, muss man ihn in seine Geschäftsführung einbeziehen, aber die beste Kundenbindung ist immer noch der direkte Kontakt, und dafür benötigt man Mitarbeiter, die von ihrer Arbeit begeistert sind und diese Begeisterung auf den Kunden übertragen können. Mayer empfiehlt, die Mitarbeiter zu "Mitunternehmern" zu machen, und zwar nicht nur über Gewinnbeteiligungen, sondern vor allem durch eine Einbindung in Entscheidungsprozesse und eine maximale Transparenz. Ein Mitarbeiter, der nach seiner Meinung und seinen Lösungsvorschlägen gefragt wird, fühlt sich wahrgenommen und wertgeschätzt und wird voraussichtlich sein Bestes geben. Personalentwickler Hilmar von Klitzing vermittelte mit eindrücklichen Beispielen, was der Kunde sich wünscht und wie man ihn zufrieden stellen kann. Selbst wenn man einen Artikel nicht besorgen kann, weil er vergriffen ist, kann man dem Kunden zeigen, dass man sich um ihn bemüht und das Geschehen bedauert. "Etwas geht immer", meinte von Klitzing.

Vor allem müsse der Kunde die Erfahrung machen, dass er mit seinen Bedürfnissen ernst genommen wird. "Höflich sein, wertschätzen, zuhören und informieren, und dies alles mit größtmöglichem Sachverstand." Diese Direktiven gab er den Gästen deshalb mit auf den Weg und riet, sich von gelegentlichen Misserfolgen nicht entmutigen zu lassen. "Scheitern ist nicht das Gegenteil von Erfolg, sondern ein Teil davon."

Nach den Vorträgen blieb bei Speise und Trank und den fetzigen Klängen der Sir Henrys Jazz Band noch genügend Zeit, das Gehörte zu vertiefen, Kontakte zu knüpfen.