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Erste Messe in Kirche Sankt Helena Wahlen nach Corona und Restaurierung

Kostenpflichtiger Inhalt: Gläubige dürfen wieder in die Kirche : Wahlener feiern erste Messe seit vier Monaten

Am Wochenende fanden im Dekanat Losheim-Wadern in einigen Kirchen wieder Gottesdienste statt – darunter in Wahlen.

Nach viermonatiger Karenz fand in der Pfarrkirche Sankt Helena Wahlen zum ersten Mal wieder eine Eucharistiefeier statt. Die lange Pause ist nicht nur durch das Coronavirus verschuldet, sondern auch durch die Restaurierung sämtlicher Fenster. Sie wurden aus der Wand genommen, bearbeitet und wieder eingesetzt. Mitglieder von Pfarrgemeinde- und Verwaltungsrat, tatkräftig unterstützt durch Pastor Stefan Alt und Küsterin Ursula Schulien, beseitigten die umfangreichen Spuren dieser Arbeit, und so fanden die Gläubigen eine Kirche vor, die blitzblank geputzt war und in neuem Glanz erstrahlte.

Wegen der Corona-bedingten Abstandsregeln waren in jeder zweiten Reihe jeweils zwei Plätze markiert worden. Zur Austeilung der Kommunion stellte die Vorsitzende des Pfarrgemeinderates, Ruth Selzer, zwischen dem Geistlichen und den Gottesdienstbesuchern einen Schutzschirm auf. „Es ist schon alles ein wenig ungewohnt“, meinte eine ältere Dame beim Verlassen der Kirche, „aber ich bin sehr froh, wieder die Heilige Kommunion empfangen zu können.“

Fast 30 Gläubige hatten sich zur Messe eingefunden. Gemeinsam mit Kaplan Kevin Schirra erbaten sie Gottes Segen für alle, die es aus gesundheitlichen Gründen nicht gewagt hatten, in die Kirche zu kommen, und natürlich auch für diejenigen, die mit der Krankheit darniederliegen oder um erkrankte Angehörige bangen müssen.

Bis Pfingsten steht im kirchlichen Leben die Freude über die Auferstehung im Mittelpunkt, während das Kreuz allmählich in den Hintergrund tritt. „Läuft es zurzeit durch die Corona-Pandemie nicht genau anders herum?“, fragte Schirra zu Beginn seiner Predigt. So plagten uns Ängste, die wir so noch nicht gekannt hätten: Angst vor Ansteckung, vor Isolation, Angst um liebe Menschen oder den Verlust des Arbeitsplatzes.

Aber Tod und Leben, Bangen und Hoffen gehören laut Schirra zusammen wie Kreuz und Osterkerze. Zwischen diesen beiden Polen vollziehe sich unser Leben. Weder das Kreuz noch das Virus könnten wir ausblenden, aber die Osterkerze gebe uns allen eine Perspektive. Freude und Hoffnung seien ein Impfstoff, der uns jeder Zeit und für alle in ausreichender Menge zur Verfügung stehe. „Großer Gott, wir loben dich“, sang die Gemeinde schließlich, bevor der Kaplan sie mit seinem Segen gestärkt in die neue Woche entließ.