Erschließung von „Süd III“ startet

Erschließung von „Süd III“ startet

Gestern leitete der Spatenstich die Arbeiten für den dritten Bauschnitt des Gewerbegebietes „Süd" in Losheim ein. Rund 6,7 Millionen Euro steckt die Gemeinde in das Projekt. Spätestens 2018 sollen die ersten Ansiedlungen erfolgen.

Bürgermeister Lothar Christ strahlte gestern mit der Frühjahrssonne um die Wette: Für den Losheimer Verwaltungschef begann die Arbeitswoche mit einem Termin, auf den Verwaltung und Gemeinderat seit fast zwei Jahren hingearbeitet hatten. Die geplante Erweiterung des Gewerbegebietes Süd um einen dritten Bauabschnitt kann anlaufen.

Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger kam am Montag nicht nur zum Spatenstich auf das Gelände, das jetzt als Gewerbegebiet erschlossen werden soll. Sie hatte auch noch das Genehmigungsschreiben zum vorzeitigen Baubeginn dabei. Das bedeutet: Die Arbeiten an der Erschließung der neuen Gewerbeflächen, die bei einer Gesamtgröße von etwa elf Hektar rund 7,5 Hektar Platz für neue Ansiedlungen schaffen sollen, können beginnen.

"Wir werden keine Probleme hinsichtlich der Nachfrage haben", zeigte sich Christ optimistisch: Für rund drei Viertel der geplanten neuen Flächen lägen der Gemeinde bereits Anfragen vor, auf 25 bezifferte Christ die Anzahl der Interessenten - nach seinen Worten vorwiegend Handwerks- und Gewerbe-Betriebe. Eine größere Teilfläche wird die in Losheim ansässige Kraftfahrzeug-Sachverständigenorganisation Küs erwerben, sie plant dort die Errichtung eines Schulungszentrums. Rund 6,7 Millionen Euro steckt die Gemeinde nach den Worten von Christ in die Erschließung von "Süd III". Ein Teil dieser Investition fließt durch den Verkauf der Flächen an ansiedlungswillige Firmen zurück. Von den ungedeckten Restkosten wiederum werden 70 Prozent über Zuschüsse des Landes und der Europäischen Union (EU) abgedeckt. . Christ betonte am Montag: "Ohne Unterstützung des Landes wäre die Realisierung des Gewerbegebietes durch die Gemeinde nur schwer zu stemmen gewesen."

Für das Land sei diese Unterstützung wichtig und richtig, sagte Wirtschaftsministerin Rehlinger: "Wir brauchen eine gute, funktionierende Wirtschaft, und Wirtschaft braucht nun einmal Platz." Die Gemeinde Losheim am See spiele für die wirtschaftliche Entwicklung im Hochwaldraum eine wichtige Rolle, betonte Rehlinger. Sie sieht in dem neuen Gewerbegebiet auch keine Konkurrenz zum Industriepark Holz, der sich ebenfalls auf Losheimer Areal bei Niederlosheim erstreckt. "Wir haben es hier mit einem Gewerbegebiet zu tun, und die Struktur der Betriebe, die sich hier niederlassen, ist anders als in einem Industriegebiet, wie es der Industriepark Holz darstellt", sagte sie.

Spätestens 2018 sollen in dem neuen Gebiet, das sich entlang der Verbindungsstraße zwischen Losheim und Niederlosheim (L 369) hinter dem Gelände des Wasserwerkes erstreckt, die ersten Ansiedlungen erfolgen, sagte Bürgermeister Christ. Die Zufahrt zu den neuen Flächen soll über die bestehende Straße im bereits bestehenden Gewerbegebiet erfolgen, direkt hinter dem Hauptgebäude der Küs wird es künftig nach links abgehen in den dritten Bauabschnitt. Dort sind umfangreiche Bauarbeiten erforderlich, sagte Christ: "Neben dem Bau der Erschließungsstraße mit allen erforderlichen Leitungen wird auch das Gebiet terrassiert, so dass ebene Flächen für die Ansiedlung zur Verfügung stehen." Über den genauen Zuschnitt der Parzellen werde entschieden, wenn die Gespräche mit ansiedlungswilligen Unternehmen abgeschlossen seien. Christ sagte, die Gemeinde werde in Abstimmung mit den Gremien einen Kriterienkatalog erstellen, der auch berücksichtigt, ob durch eine Ansiedlung neue Arbeitsplätze geschaffen werden oder es sich "nur" um die Umsiedlung eines in der Gemeinde bereits bestehenden Betriebs handelt. Je nach Lage im Gebiet sei auch ein differenzierter Preis für die Flächen angedacht.

Zum Thema:

Planungen für "Süd III" laufen seit 2015 Im Mai 2015 beschloss der Gemeinderat von Losheim einstimmig die Einleitung eines Bebauungsplan-Verfahrens für die Erschließung des Gewerbegebietes "Süd III". Das Gelände, das für die Erweiterung vorgesehen ist, ist schon seit Jahren im Flächennutzungsplan der Gemeinde für eine gewerbliche Nutzung vorgesehen. Es handelt sich im Wesentlichen um intensiv bewirtschaftete Ackerflächen, die sich vom Rand des jetzigen Gewerbegebietes entlang der Landstraße nach Niederlosheim in Richtung Wasserwerk erstrecken. Ein gutes Jahr dauerte das Planungsverfahren, das im Juni 2016 mit dem Satzungsbeschluss des Rates endete. Durch die jetzt erfolgte Genehmigung des vorzeitigen Baubeginns können die Arbeiten an der Erschließung konkret anlaufen.