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Ehrenamtliche Betreuer gesucht

Losheim. Auch in der Gemeinde Losheim am See hat sich ein runder Tisch Flüchtlingshilfe gegründet: Am Montag fanden sich etwa 60 Personen im Saalbau ein, um zu überlegen, wie die Flüchtlinge in der Gemeinde unterstützt werden können. Christian Beckinger

Bürgermeister Lothar Christ zeigte sich am Montag sehr erfreut über die große Resonanz. In Losheim leben nach seinen Angaben zurzeit 48 Flüchtlinge, Ende März werden es 60 sein. Die Menschen kommen größenteils aus Syrien, dazu kommt ein Teil aus Eritrea. Bisher konnte für sie genug Wohnraum in der Gemeinde gefunden werden. Da in der nächsten Zeit aber noch mehr Menschen aus Krisen- und Kriegsgebieten nach Deutschland kommen (man rechnet für Losheim mit etwa fünf pro Monat), werden langfristig weitere Unterkünfte benötigt. Die vorrangige Aufgabe der Gemeinde liegt in der Beschaffung des Wohnraums.

Es gebe vom Land beziehungsweise vom Landkreis zwar Asylbegleiter und Integrationslotsen, hieß es auf dem Treffen. Allerdings seien diese Stellen für die Alltagsbegleitung nicht ausreichend, so dass hier Ehrenamtliche vor Ort gesucht werden. Im Moment werden die Flüchtlinge von Helmut Schmal und Konrad Schmidtberger (beide Gemeinde) in ihre Unterkünfte begleitet. Schmidtberger macht zudem mit den Neuankömmlingen einen Rundgang durch Losheim , um die gängigen Geschäfte und Einrichtungen zu zeigen. Daneben sind bereits einige Menschen in der Gemeinde ehrenamtlich aktiv und helfen den Flüchtlingen bei Alltagsproblemen. Die größte Schwierigkeit, das wurde auf dem Treffen deutlich, liegt in der Verständigung: "Ein verpflichtender Sprachkurs steht den Asylbewerbern erst nach der Anerkennung zu, dies kann bis zu sechs Monate dauern. In der Zwischenzeit haben sie keine Beschäftigung." Die VHS bietet seit Januar gemeinsam mit der Pfarrei Losheim einen "Lerntreff Deutsch" an. Der Kurs ist kostenlos und freiwillig. "Gerne können noch weitere Personen an dem Kurs teilnehmen, er findet immer dienstags und freitags von 9 bis 11 Uhr im Pfarrsaal in Losheim statt", teilt die Gemeinde mit.

Weiter heißt es: "Da viele Menschen sich gerne engagieren möchten, aber nicht wissen, wo die Asylbewerber wohnen, werden jetzt die Ortsvorsteher über die Verteilung der Flüchtlinge informiert." Ein wichtiger Aspekt sei die Integration der Flüchtlinge in örtlichen Vereinen. "Gerade weil die vorwiegend jungen Männer keine Beschäftigung haben, wäre es wichtig, sie auf die Angebote der Sportvereine aufmerksam zu machen und eventuell zum Training zu begleiten", heißt es von der Gemeinde. Im nächsten Schritt sollen Flüchtlinge und Ehrenamtliche zu einem gemeinsamen Termin eingeladen werden, um sich kennen zu lernen und herauszufinden, welche Bedürfnisse die Flüchtlinge haben.


Zum Thema:

Auf einen BlickBei der Gemeinde Losheim am See wird die ehrenamtliche Arbeit von Astrid Härtel, E-Mail: ahaertel@losheim.de, Tel. (0 68 72) 60 91 22 koordiniert. Es werden Leute gesucht, die in den folgenden Bereichen tätig sein möchten: Hilfe bei Formularen, Behördengänge, Fahrdienste, Begleitung zu Sportvereinen, Übersetzungshilfe (vorrangig arabisch, kurdisch). Außerdem werden Fahrräder gesucht und jemand, der sich um die Instandsetzung der Räder kümmert. red