Das 35-jährige Dampf- und Lokfest in Losheim: „Die Museumsbahn hat was mit Kulturerhaltung zu tun“

Das 35-jährige Dampf- und Lokfest in Losheim : „Die Museumsbahn hat was mit Kulturerhaltung zu tun“

Die Museumseisenbahn fährt endlich wieder. Am Samstag und Sonntag, 5. und 6. August, feierte der Museums-Eisenbahn-Club Losheim zum 35. Mal sein alljährliches Dampflokfest. Im Zuge dessen konnte der Fahrbetrieb erstmalig in diesem Jahr wieder aufgenommen werden. Die Saisoneröffnungsfahrt an Ostern musste ausfallen, ebenso die Fahrten an Pfingsten sowie weitere Fahrten im Mai und Juli. Anfang des Jahres hatte die Landeseisenbahnaufsicht des Eisenbahnbundesamtes aufgrund von Schäden am Schotterbrett und Mängeln am Oberbau sowie den Schwellen die Schienenstrecke unerwartet mit sofortiger Wirkung dicht gemacht. Es bestehe eine Gefahr für die Allgemeinheit, hieß es aus dem Wirtschaftsministerium. Ein Teil der Strecke vom Losheimer Wald zur Dellborner Mühle wurde für rund eine halbe Million Euro von der Gemeinde Losheim wieder auf Vordermann gebracht. Die Bauarbeiten an der Strecke wurden am Freitag pünktlich zum 35-jährigen Jubiläum beendet.

„Das Jubiläumsfest und die Wiederaufnahme der Fahrten wurden gut aufgenommen“, sagt Günther Leistenschneider, Vorsitzender des Eisenbahn-Clubs.  Denn zahlreiche Besucher und Bahnfreunde waren am vergangenen Wochenende wieder in Losheim unterwegs und bestaunten die Dampflok aus dem Jahr 1948 sowie die zweiachsigen Personenwagen aus den Jahren 1903 bis 1930.

Am Wochenende konnte die Eisenbahn nur ein Teilstück bis zur Dellborner Mühle und ein Stück in den Wald Richtung Bachem fahren. Wie reagieren die Besucher auf die Sperrung und was wünschen sie sich für die Zukunft?

Nach den Worten des ehemaligen Bahnpostfahrers Bernd Riebe „könnte man mehr machen, wenn das Geld dazu da ist“. Der Rentner würde selbst sehr gerne spenden und den Verein unterstützen, um für den Verbleib der Strecke zu sorgen. Eine komplette Sperrung und damit den Wegfall dieser touristischen Attraktion fände er „nicht gut, denn es ist selten, dass die nostalgischen Züge noch fahren und so was sollte erhalten bleiben“, sagt Riebe, der aus Zweibrücken anreiste.

Auch Helga Daub aus Völklingen würde es begrüßen, wenn die Bahn wieder bis nach Merzig fahren könnte. Ein Wegfall „wäre gerade für die Jugend schade, die die Züge sonst nur im Museum sieht“, teilt man uns mit.

Birgit Reich, die zusammen mit Creszenia Wolf aus dem Schwarzwald angereist ist, erfuhr über das Internet von der Museumseisenbahn. Ihr gefällt vor allem das Urige und Nostalgische, weswegen sie gerne mitfährt. Reich erzählt, dass es im Schwarzwald auch Museumsbahnen gibt und es dazu gehört, dass diese Züge heutzutage noch fahren können. „Die werden wahrscheinlich auch besser gefördert als hier“, vermutet sie. Ihrer Ansicht nach muss das Land die Sehenswürdigkeit besser subventionieren, denn „das hat was mit Kulturerhaltung zu tun“, begründet sie.

Sascha Kleinbauer aus Weiersweiler, der mit seinem Sohn mitfuhr, würde Flüchtlinge oder Ein-Euro-Jobber einsetzen, um die Strecke zu reparieren, ehe die Eisenbahn gar nicht mehr fahren kann. „Für die ist Geld da, aber für so was nicht“, klagt er. Einen Wegfall würde er bedauern. Gleichermaßen sieht er das Land in der Verantwortung, mehr für den Verbleib zu unternehmen. Für ihn kam die Sperrung ebenfalls unerwartet, da er ging davon aus, dass der Zug bis nach Merzig fahren kann.

Bernd Riebe ist ehemaliger Bahnpostfahrer. Foto: Tina Leistenschneider
Birgit Reich ist aus dem Schwarzwald angereist. Foto: Tina Leistenschneider
Helga Daub aus Völklingen. Foto: Tina Leistenschneider
Marlis Hubi fährt seit Jahren mit. Foto: Tina Leistenschneider

Marlis Hubig wurde schon von ihrem Eisenbahn-begeisterten Vater mitgenommen und mit dem Bahnfahren angesteckt: „Es ist immer wieder ein Erlebnis“, schwärmt sie, obwohl sie bereits seit Jahren aus Heusweiler zum Lokfest anreist und regelmäßig mitfährt. Ihr zufolge ist die Museumseisenbahn ein Teil der Kultur und insbesondere der Geschichte, „die für Kinder und die Nachwelt erhalten bleiben muss, um den Ursprung nicht zu vergessen“. Daher solle sich das Land mehr für dessen Verbleib einsetzen, zumal nach ihren Worten in viel Unnützes finanziert wird. Sie würde nicht zögern selbst zu spenden oder sich an einer Unterschriftenaktion zu beteiligen, um der Regierung deutlich zu machen, wie wichtig der Erhalt der Museumseisenbahn ist.

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