1. Saarland
  2. Merzig-Wadern
  3. Losheim am See

Deutsches Sportabzeichen: Noch viele Fragezeichen vor dem Neustart

Kostenpflichtiger Inhalt: Noch viele Fragezeichen : Sportabzeichen-Aktion: In Losheim herrscht Skepsis vor dem Wiederbeginn

Vereine und Kommunen planen vorsichtigen Wiedereinstieg bei der Sportabzeichen-Aktion. Doch die Zahl der Teilnehmer dürfte 2020 überall geringer ausfallen als in den Vorjahren

Der Landessportverband für das Saarland (LSVS) hat den Sportabzeichen-Treffs Anfang Mai vorgeschlagen „wieder vorsichtig mit dem Training und der Abnahme des Deutschen Sportabzeichens zu beginnen“. Unter Berücksichtigung der Hinweise der LSVS-Beauftragten Eva Loris zum Training und zur Abnahme des Sportabzeichens wollen auch die Treffs in den Kreisen Saarlouis und Merzig-Wadern Anfang Juni wieder loslegen.

Ungewisser Blick ins leere Parkstadion: der Stützpunktleiter für das Sportabzeichen in Dillingen, Josef Hidlmayer sieht noch einige Probleme beim Wiedereinstieg in die Saison 2020. Foto: ajk

In Dillingen war man zunächst skeptisch, ob der Vorschlag des LSVS überhaupt machbar ist. Parkstadion und Freibad sind geschlossen, an den im Juni geplanten Start in die neue Saison nicht zu denken. „Wenn Schwimmen wegbricht, wird es Riesenprobleme geben“, befürchtete Josef Hidlmayer. Der Stützpunktleiter fürs Sportabzeichen nimmt mit elf lizensierten Prüfern die leichtathletischen Disziplinen im Parkstadion, das Schwimmen im Freibad Dillingen ab. Der Vorsitzende des Stadtverbandes für Sport (SfS), Dittmar Wächter, sieht daher seitens der Stadt Handlungsbedarf.

Er hatte ein Konzept zur Umsetzung der einzelnen Disziplinen vergangene Woche vorgelegt. Inzwischen hat die Stadt weitgehend „grünes Licht“ gegeben. Die Abnahme „kann im Rahmen der aktuellen infektionsrechtlichen Verordnung des Landes zur Bekämpfung der Corona-Pandemie, voraussichtlich wie gewohnt Anfang Juni, begonnen werden“, teilt die Sprecherin, Heike Theobald mit. Das Parkstadion werde aktuell ebenso vorbereitet wie eine mögliche Öffnung des Dillinger Freibads. Voraussichtlich bis Anfang Juni soll es die Entscheidung geben.

„Dann sollte klar sein, wann und im welchem Rahmen dort die Abnahme des Sportabzeichens erfolgen kann“, sagt Theobald. Die „Erwerber und Abnehmer müssen sich absolut sicher fühlen“, räumt Wächter ein, dass dazu „Vorsichtsmaßnahmen und Hygienekonzept absolut notwendig“ sind. Der Abnahmestab habe alle Voraussetzungen vorbereitet, vertraut Wächter dem Team um Hidlmayer.

Die Skepsis ist dem Stützpunkt-Leiter aber anzumerken. Die Zahl der Abnahme-Kandidaten je Prüfer werde sich angesichts der Auflagen wohl deutlich reduzieren. Desinfektionsmittel müssen vorhanden sein, da nicht alle Teilnehmer mit eigenen Kugeln, Bällen oder Ringen ins Stadion kommen dürften. „Einige Disziplinen werden wir wohl nicht anbieten können“, befürchtet Hidlmayer. Probleme sieht er etwa beim Hochsprung, das Desinfizieren der Latte sei „unsinnig“, wichtiger seien die Landematten.

Das größte Problem sieht er jedoch angesichts geschlossener Bäder beim Schwimmen. Zum einen sei der Nachweis der Schwimmfähigkeit unabdingbar erforderlich, zum anderen stelle das Schwimmen für viele die einzige Möglichkeit dar, Ausdauer oder Schnelligkeit zu schaffen. Die Öffnung des Freibades wäre nach Auffassung von Hidlmayer daher „das Wichtigste“.

Eine Prognose zur Zahl an Sportabzeichen-Erwerbern sei dieses Jahr nur „schwer zu treffen“. Im vergangenen Jahr war Dillingen mit 479 Ehrungen landesweit Spitze. Allein die jährlich mehr als 100 Neuerwerber, die auf jeden Fall die Schwimmfähigkeit nachweisen müssen, würden bei geschlossenen Bädern wegbrechen. Nur von den Wiederholern könne dann ein Abschluss erwartet werden. „Mein Minimalziel sind immer noch 100, somit eine sichere Platzierung unter den Top 10 des Landes“, hofft Hidlmayer.

„Für definitive Aussagen zur Sportabzeichen-Saison 2020 ist es noch zu früh“, meint auch Roland Carius als zuständiger Abteilungsleiter des TV Losheim. Das offene Angebot der Losheimer Aktion wird seit jeher auch von vielen Teilnehmern aus dem Umkreis genutzt. Sportler aus Merzig, Mettlach oder Weiskirchen erwerben beim TVL das Abzeichen. Carius rechnet „eher mit einem Rückgang in Bezug auf 2019“, als es mit 297 Erwerbern eine erhebliche Steigerung gab.

Insgesamt herrsche „große Planungsunsicherheit“, mit vielfältigen Fragen zur Praktikabilität, der Aufwand-Nutzen-Relation und nicht zuletzt zur Akzeptanz bei potenziellen Teilnehmern. .Derzeit seien die Leichtathletik-Disziplinen auf dem Sportplatz, Radfahren und Walking sowie Schwimm-Abnahmen „noch fraglich“. Er bleibe aber gelassen, die Aktion sei erst am 31. Dezember abgeschlossen.

„Einen Rückgang werden wir voraussichtlich verzeichnen, in welchem Umfang kann niemand vorhersehen“, befürchtet auch der Geschäftsführer des Stadtverbandes der Sporttreibenden Vereine Lebach, Klaus Reichert. Das Sportabzeichen-Team unter Leitung von Jürgen Klein hat mit dem Vorstand des Stadtverbands bereits besprochen, wie die Abnahme mit den Auflagen organisiert werden kann. Im Juni will man beginnen, wann genau stehe noch nicht fest.

„Das Lebacher Stadion kann im Rahmen der Vorgaben derzeit genutzt werden“, teilt Reichert mit. Das Stadion sei groß genug, um mit zwei Fünfergruppen oder an verschiedenen Stationen individuell zu arbeiten. „Da nicht jeder schwimmen muss, spielt die Frage Hallenbad zunächst kaum eine Rolle“, meint Reichert. Zudem kann man „das ja noch später im Jahr tun, wenn die Bäder wieder offen sind.“

Weitere Informationen zum Sportabzeichen gibt es bei Eva Loris von der LSVS-Sportabzeichenstelle, Hermann-Neuberger-Sportschule 1, 66123 Saarbrücken. Telefon: (06 81) 387 91 63; Mail: sportabzeichen@lsvs.de
Eine Liste mit den Sportabzeichen-Treffs im LSVS gibt es im Internet unter

www.lsvs.de/sportwelten/sportabzeichen/sportabzeichen-treffs.html