1. Saarland
  2. Merzig-Wadern
  3. Losheim am See

Der Nachbarschaftsmarkt in Wahlen bietet fair gehandelte Bananen an

Bio-Bananen in Wahlen : „Wir wollen den Markt ein bisschen fairer machen“

Die beiden Kooperationspartner sprechen über ihre Zusammenarbeit und berichten über die Missstände bei konventionellem Bananen-Anbau.

Wie ist die Kooperation zwischen der Aktion Dritte Welt Saar und dem Nachbarschaftsmarkt Multi Koppes in Wahlen zustande gekommen?

KOPPES Gertrud Selzer hat mich darauf angesprochen, dass sie gerne im Weltladen der Aktion Dritte Welt Saar in Losheim fair gehandelte Bananen anbieten wolle, jedoch war die Menge so groß, dass man gerade am Anfang nicht wusste, ob man die Menge auch verkaufen könnte. Und mir war es auch ein Anliegen, faire Bananen anbieten zu können, weil wir auch probieren, den Markt ein bisschen fairer zu bewirtschaften.

Sie müssen die Bananen aus Ecuador und Kolumbien importieren. Wie lassen sich Bio und der Transport per Schiff miteinander verbinden?

SELZER Es gibt keine Bananen hier in Europa, das heißt, alle Produkte, die wir konsumieren und die aus weit entfernten Ländern kommen, wie Kaffee, Kakao, Bananen oder Ananas, werden per Schiff oder per Flug importiert.

KOPPES Die Schifffahrt ist zurzeit das umweltschonendste Transportmittel, um aus Übersee Sachen zu bekommen. Wenn man auf den normalen Handel schaut, dann werden meistens die Obstsorten – gerade im Winter – mit Flugzeugen transportiert, was ein erhebliches Umweltproblem darstellt.

Welche Missstände liegen im konventionellen Bananenanbau vor und was wollen Sie dagegen unternehmen?

SELZER Bananen sind die meist gehandelten Früchte weltweit und werden in etwa 150 Ländern angebaut. Es werden jährlich 110 Millionen Tonnen Bananen produziert. Und dabei sind in ganz wenigen Fällen die Arbeiter gewerkschaftlich organisiert. Ein Fünftel aller Menschen, die im Bananenhandel arbeiten, sind Frauen. Diese werden auf Großplantagen eingesetzt und in den Verpackungsstationen, wo die Arbeitstage bis zu 14 Stunden dauern. Und Überstunden werden nicht abgegolten. Es ist auch ganz schwierig für diese Arbeiterinnen, sich gewerkschaftlich zu organisieren und für ihre Rechte einzusetzen. Sie sind weiterhin auch ganz oft Opfer von sexueller Diskriminierung und Übergriffen. Genau da möchten wir entgegensteuern mit unserer Zusammenarbeit mit der Genossenschaft Urocal, wo wir eben mit Bauernfamilien zusammenarbeiten und genau das verhindern möchten.

Und was bedeutet „Fairer Handel“ für Sie persönlich?

KOPPES Fairer Handel bedeutet für mich persönlich, dass Arbeiter gerecht bezahlt und nicht ausgebeutet werden.