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Fußball-bezirksliga
Das Schluss-Kapitel eines Fußball-Krimis

Der Grundstein zum Meistertitel? Die Jungs der SG Britten-Hausbach bejubeln den Siegtreffer von Martin Will (ganz links) beim Spitzenspiel in Tünsdorf vor einer Woche. Damit geht die SG als Tabellenführer ins Saisonfinale.
Der Grundstein zum Meistertitel? Die Jungs der SG Britten-Hausbach bejubeln den Siegtreffer von Martin Will (ganz links) beim Spitzenspiel in Tünsdorf vor einer Woche. Damit geht die SG als Tabellenführer ins Saisonfinale. FOTO: Britz Heiko / Heiko Britz.www.digfot.de
Tünsdorf/Britten/Hausbach. Die SG Britten-Hausbach und der VfB Tünsdorf liefern sich im Saisonfinale ein Fernduell um den Bezirksliga-Titel. Von David Benedyczuk

Von Wolke sieben auf den harten Boden der Tatsachen – es kann alles so schnell gehen: Nur gut fünf Minuten fehlten dem VfB Tünsdorf am vergangenen Samstag zum großen Schritt Richtung Landesliga. Doch dann stürzte Martin Will, der Spielertrainer der SG Britten-Hausbach, den bisherigen Spitzenreiter im Gipfeltreffen der Fußball-Bezirksliga mit dem 1:0-Siegtor (85.) ins Tal der Tränen: „So spät war das moralisch ein absoluter Genickbruch. Die Woche über herrschte im Training natürlich Trübsal“, sagt VfB-Trainer Kai-Uwe Hahn zum bitteren Gegentor.


Dessen Folgen sind groß: Tünsdorf hat den Titelgewinn nun im abschließenden Heimspiel an diesem Sonntag (15 Uhr) gegen Hahns Ex-Club SV Schwemlingen-Ballern nicht mehr selbst in der Hand. Britten-Hausbach liegt vor dem Schlussakt wieder einen Punkt vorne – und kann mit einem Sieg bei Aufsteiger SC Büschfeld nachholen, was im Vorjahr als Vizemeister mit dem Scheitern in der Dreier-Relegation knapp verpasst wurde. Der Aufstieg.

Für die SG lief es gegen Tünsdorf erneut nach dem Motto: Wo ein Will ist, ist auch ein Weg. Bereits zuvor hatte er der SG mit seinem 3:2-Siegtor bei den SF Bachem-Rimlingen drei wichtige Zähler beschert. Zum Sieg gegen Tünsdorf meinte der 28-Jährige: „Aufgrund der zweiten Hälfte war der Erfolg verdient. Da hatte Tünsdorf offensiv fast keine Aktionen mehr.“



Der Sieg hat das Selbstbewusstsein der Brittener weiter gestärkt: „Wenn man in so einem Spiel kurz vor Schluss das entscheidende Tor macht, ist das eine Geschichte, die man nicht besser schreiben kann“, sagt Will.

Nun also muss nur noch das letzte Kapitel erfolgreich geschrieben werden – wobei in Büschfeld, das 30 von 46 Punkten zu Hause geholt hat (nur zwei Niederlagen), kein Selbstläufer wartet: „Büschfeld war einer der stärksten Gegner, die wir in dieser Saison hatten. Im Hinspiel lagen wir zur Pause 0:2 hinten, bekamen die Partie erst am Ende noch zum 3:2 gedreht“, erinnert sich Will. Jetzt erwartet er erneut heftige Gegenwehr: „Die werden sicher einen guten Heimabschluss anpeilen.“

Apropos „guter Abschluss“: Auf den hofft auch Will selbst, denn er wird nächste Saison berufsbedingt nur noch als Spieler agieren. An seine Stelle als Partner von SG-Trainer Bernd Scherer rückt dann Oliver Emmrich, derzeit noch als Spieler bei Landesligist SV Hülzweiler aktiv.

Derweil war Tünsdorfs Trainer Hahn nach der jüngsten Niederlage bemüht, seiner Elf nochmal Mut zu machen: „Ich habe der Mannschaft gesagt, dass es keinen Grund gibt, traurig zu sein. Wir dürfen nicht vergessen, wo wir herkommen. Sollten wir uns ärgern, wenn wir die Relegation spielen dürfen?“, sagt Hahn angesichts der Vorjahre, als der VfB nicht mal einstellig abgeschnitten hatte. Jetzt ist Tünsdorf mindestens Vizemeister und würde – sofern es keine Entscheidungsspiele gibt – nächsten Mittwoch den Relegationsauftakt gegen den Zweiten der Bezirksliga Saarbrücken bestreiten. Wobei sich Hahn da noch gar nicht so sicher ist: „Wir haben selbst gemerkt, wie schwer es in Büschfeld sein kann. Es ist noch nicht alles vorbei.“