| 20:17 Uhr

Losheim
Darstellung realer Szenen ist wichtig

 Der Präsident der Schwerlastgruppe, Horst Kühnen, zeigt in Losheim seine Modelle.
Der Präsident der Schwerlastgruppe, Horst Kühnen, zeigt in Losheim seine Modelle. FOTO: Tina Leistenschneider
Losheim. Schwerlastgruppe Saar stellte in der Losheimer Eisenbahnhalle ihre Modelle aus.

Miniaturbegeisterte konnten Ende Oktober in der Losheimer Eisenbahnhalle nicht nur Züge bestaunen, sondern auch Schwerlaster. Bereits zum dritten Mal gastierte die Schwerlastgruppe Saar auf der Modellbahnausstellung in Losheim. Über 100 Wagen stellte der Verein an den zwei Tagen aus, darunter viele Kräne und Lastwagen für Schwertransporte.


Der Verein gründete sich 2009 und baut seither viele Modelle der Schwerlaster in Eigenarbeit nach. „Die Begeisterung hält jung“, berichtete Manfred Schüfer, seinerseits der „Krandoktor“, wie ihn seine Vereinskollegen nennen. Er kümmert sich um die Kräne, die er nur in Einzelteilen bekommt und in liebevoller Handarbeit zusammensetzen und lackieren muss. Sein Hobby lenkt seine Gedanken auf eine positive Art ab, erzählte er. Die meisten Ausstellungsstücke bestehen aus Kunststoff, viele aber auch aus Metall.

Erstmals zeigte die Schwerlastgruppe ihre Modelle in den Maßstäben 1:50 und 1:87, darunter auch eine Nachbildung des Dillinger Hafens in einem Maßstab von 1:50. Ein ganzes Jahr haben die Mitglieder der Gruppe für die Planung gebraucht,  vergleichsweise schnell verlief da die Bearbeitung der Modelle.



Zum Lackieren und Modifizieren seiner Sammlerstücke brauchte Horst Kühnen, Präsident der Schwerlastgruppe Saar, etwa vier Wochen. Ihm ist es wichtig, echte Szenarien darzustellen, weswegen er unter anderem einen kleinen Rastplatz nachgebaut hat, auf dem Schwerlaster pausieren, ein niederländischer Kran geschweißt und repariert wird und ein defekter Kran von der Baustelle abtransportiert wird. „Je kleiner, desto schwieriger“, kommentierte  Kühnen seine Arbeit, in der viel Herzblut steckt.

„In diesem Jahr wollten wir das Diorama beleben“, erklärte Jörg Porr, Vorsitzender der Gruppe. Diorama meint Schaukästen, in denen Szenen mit Modellfiguren und -landschaften vor einem oft halbkreisförmigen, bemalten Hintergrund dargestellt werden. Er kennt sich nicht nur hobbymäßig mit den Schwerlastern aus, sondern auch beruflich. Denn viele Behälter, die ausgestellt werden, hat er in echt gebaut und kennt daher jedes kleine Detail: „Ein großer Tank-Behälter, der im Original 500 Tonnen wiegt, wiegt als Modell nur noch 1,70 Kilo“, erzählte er. Ihn fasziniere gerade der Transport der Behälter auf der fast 80 Kilometer langen Schwerlaststrecke von Dudweiler an den Dillinger Hafen mit zum Teil steiler Abfahrt, den die Schwerlastfreunde seit Jahren begeistert verfolgen.

Und diese Begeisterung konnten Besucher deutlich sehen, denn Aufnahmen der Schwerlaster zu den Miniaturmodellen ließen den wahren Maßstab nur erahnen.