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Fluglärm
Christ sagt Fluglärm den Kampf an

Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger übergibt den Zuwendungsbescheid über 2,2 Millionen Euro für das Gewerbegebiet Süd III in Losheim an den Bürgermeister der Seegemeinde, Lothar Christ. Foto: Ministerium
Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger übergibt den Zuwendungsbescheid über 2,2 Millionen Euro für das Gewerbegebiet Süd III in Losheim an den Bürgermeister der Seegemeinde, Lothar Christ. Foto: Ministerium FOTO: SZ / Ministerium
Losheim. Losheims Bürgermeister: Minister Bouillon soll sich für eine Reduzierung des militärischen Flugbetriebes einsetzen.

Der Fluglärm durch militärischen Übungsbetrieb hat über der Gemeinde Losheim einen neuen Höhepunkt erreicht. Wie die Gemeinde mitteilte, sei von morgens 7 Uhr bis gegen 23 Uhr ein ständiges Dröhnen der Kampfmaschinen zu hören gewesen. Dies habe selbst diejenigen, die sich schon mit gelegentlichem Fluglärm abgefunden haben, auf die Palme gebracht. Selbst geschlossene Fenster hätten keine Hilfe gebracht. Der Gemeinde Losheim und ihrem Bürgermeister Lothar Christ stelle sich nun die Frage, wie sich die Lärmbelästigung wohl in den Sommermonaten entwickelt, wenn sie selbst in den Wintermonaten so hoch ist.


„Gerade als Bürgermeister einer aktiven Tourismusgemeinde im Saarland ist es mir ein besonderes Anliegen, diese touristische Entwicklung in unserer Region zu stärken“, betont der Verwaltungschef. Durch den anhaltenden – und offensichtlich noch steigerungsfähigen – militärischen Flugbetrieb über dem nördlichen Saarland werde die Weiterentwicklung des Tourismus nach seinen Worten nachhaltig gestört, wenn nicht unmöglich gemacht.

Aber auch die Lebensqualität der eigenen Bürgerinnen und Bürger sinke. „Mich erreichen schon Briefe von Bürgern, die aus der Region wegen des Fluglärms wegziehen möchten“, sagt Christ.

Aus diesem Anlass stelle sich daher die Frage, was aus dem Versprechen des damaligen Innenminister Meiser geworden ist, dass eine grundsätzliche Einschränkung des abendlichen Flugbetriebes nach 21 Uhr von dem Bundesminister der Verteidigung veranlasst worden sei, um die Abendbelastung durch spät stattfindende Flugbewegungen zu reduzieren.

Seit Mitte Dezember 2008 hatte sich nach Worten von Christ nicht zuletzt durch die anhaltenden Bürgerproteste eine Arbeitsgruppe aus den Innenministerien der beiden Bundesländer Saarland und Rheinland-Pfalz, dem Verteidigungsministerium, der Bundesluftwaffe und den US-Luftstreitkräften mit Möglichkeiten zur Reduzierung des Fluglärms befasst. Zur gegebenen Zeit sollte die Öffentlichkeit über Ergebnisse informiert werden. Bedauerlicherweise sei dies nicht geschehen. Auch seien die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden nie über die Ergebnisse informiert worden.



Das Bürgertelefon für Fluglärm des saarländischen Innenministeriums sei zudem einfach stillgelegt worden.

„Ich möchte trotz der primären Zuständigkeit des Bundes für den militärischen Übungsbetrieb an Minister Bouillon appellieren, sich für eine Reduzierung des militärischen Flugbetriebes über dem Saarland einzusetzen“, fordert Christ. Alle Flugbewegungen sollten in der Kommission noch einmal auf den Prüfstand kommen und endlich Konsequenzen gezogen werden. Die konkrete Notwendigkeit vieler Flüge scheine für die betroffenen Bürger und auch die kommunalen Gremien nicht nachvollziehbar. Eine Ausweitung des militärischen Übungsbetriebs gehe schon gar nicht. „Gäste aus Ohio sind in Losheim am See jederzeit willkommen“, betont Christ abschließend, „sie sollten aber ihre F-16 zu Hause lassen.“

Ein F-16-Kampfflugzeug der US Air Force startet von der US-Basis in Spangdahlem. Die Kampfpiloten üben auch über der Gemeinde Losheim am See.
Ein F-16-Kampfflugzeug der US Air Force startet von der US-Basis in Spangdahlem. Die Kampfpiloten üben auch über der Gemeinde Losheim am See. FOTO: dpa / Reiner Voß