1. Saarland
  2. Merzig-Wadern
  3. Losheim am See

Bürgermeisterwahl in Losheim: Interview mit CDU-Kandidat Norbert Müller

Interview mit Norbert Müller : „Bürgerwille und Bürgernähe liegen mir am Herzen“

Der CDU-Bürgermeisterkandidat für Losheim am See will die Ortsteile stärken und eine Kultur des Miteinanders in der Stausee-Gemeinde etablieren.

Welche Stärken hat die Gemeinde Losheim am See?

NORBERT MÜLLER Losheim verfügt über gesunde Kommunalfinanzen, die eine Grundvoraussetzung für eine zukunftsorientierte Gemeindeentwicklung sind. Als wichtiger Wirtschaftsstandort und Tourismusgemeinde hat sich Losheim in den letzten Jahren gut entwickelt. Sanfter Tourismus mit unserer bereits vorhandenen Wanderwegevielfalt ist zukunftsgerichtet und ist durch Radwegebau zu ergänzen. Die wachsende Dichte an Handel, Gewerbe, Dienstleistung und Industrie zeugt von einer prosperierenden Gemeinde. Die Arbeitslosigkeit ist auf einem Tiefststand. Die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung hat einen hohen Stellenwert und ist durch das Krankenhaus und die vorhandenen Praxen auf Dauer wohnortnah gewährleistet.

Wo sehen Sie die größten Herausforderungen für die Gemeinde?

MÜLLER Die demographische Entwicklung stellt die Gemeinde vor zahlreiche Herausforderungen. Senioren haben einen festen Platz in unserer Gesellschaft. Verstärkte Aufgabe ist es daher, die Bedürfnisse der älteren Generation zu beachten. Gleiches gilt für Menschen mit Behinderung. Es muss möglich sein, so lange wie möglich in seinen vertrauten vier Wänden wohnen zu können. Zusätzlich können Mehrgenerationenhäuser Möglichkeiten bieten, junge Familien und ältere Menschen unter einem Dach zu verbinden. Sie können die Integration der Generationen begünstigen und den Zusammenhalt der Gesellschaft stärken. Sie können auch ein wichtiger Baustein dabei sein, das Aussterben von Ortskernen zu verhindern und auch dort Wohnen attraktiv zu gestalten. Ich will eine Kultur des Miteinanders, die die gegenseitige Anteilnahme und Hilfe fördert, egal ob in Unternehmen, Vereinen, der Familie, im Freundeskreis oder in der Schule.

Wie definieren Sie Ihre Rolle als Bürgermeister gegenüber den Bürgern, den Verwaltungsmitarbeitern und gegenüber anderen Kommunen, dem Kreis und dem Land?

MÜLLER Verlässlichkeit, Offenheit und Ehrlichkeit sind Grundprinzipien meines Handelns. Das bedeutet auch, dass ich mein Handeln als Bürgermeister nach bestem Wissen und Gewissen zum Wohle aller  Bürger ausrichten werde. Bürgerwille und Bürgernähe liegen mir am Herzen. Ich will die Philosophie einer transparenten und bürgernahen Verwaltung stärker einbringen. Ich will jetzt den Grundstein für eine moderne und dynamische Verwaltung legen. Kooperation und Zusammenarbeit sind hier die wichtigsten Schlüsselworte. Eine stärkere Kooperation mit umliegenden Gemeinden und der Verwaltung des Kreises sowie den Ministerien des Landes ist zukünftig unumgänglich.

Was würden Sie als neuer Bürgermeister anders machen als Ihr Vorgänger?

MÜLLER Ich sehe ein hohes Potenzial an möglichen Verbesserungen in den Ortsteilen. Die Dörfer sollen attraktiver werden. Leerstände an Häusern sollen vermieden oder beseitigt werden. Für Bestandsgebäude sind höhere Sanierungshilfen als Zuschüsse denkbar oder aber auch der geförderte Abriss, um dadurch neu zu bebauende Grundstücke zu schaffen. Die Attraktivität der Dörfer ist für mich aber auch gleichbedeutend mit der Bereitstellung von neuen Baugrundstücken. Es gibt immer noch viele junge Menschen und Familien, die gerne in ihren Heimatdörfern wohnen bleiben möchten. Die Vereine in den Dörfern brauchen die jungen Leute. Ohne sie werden die Vereine auf Dauer in ihrem Bestand gefährdet. Eine bessere Unterstützung der Vereine ist dringend geboten. Vor allem die Jugendarbeit, die dort ehrenamtlich geleistet wird, ist unbezahlbar.

Wenn Sie drei Wünsche für Losheim frei hätten, welche wären das?

MÜLLER Mein erster Wunsch ist, dass alle Menschen in der Gemeinde ein menschenwürdiges Leben führen könnten, frei von Ängsten um die Familie, um Armut, soziale Ungleichheit, Gesundheit und Arbeitslosigkeit. Mein zweiter Wunsch ist der Erhalt der Vielfalt der Lebensformen als eine zentrale Voraussetzung für das Überleben von Flora und Fauna in einer Welt, die sich rasant ändert. Verantwortungsvolle Umweltpolitik bedeutet für mich, die Lebensqualität der Menschen zu sichern, die Schöpfung zu bewahren und unsere Gemeinde künftigen Generationen in einem guten Zustand zu übergeben. Der dritte Wunsch wäre, dass Wunsch eins und zwei in Erfüllung gehen.

Welche Aufgaben würden Sie nach Ihrem Amtsantritt als erstes angehen?

MÜLLER Ich will die Mitarbeiter der Verwaltung, die Mitglieder des Gemeinderates, aber auch alle Bürger der Gemeinde für neue Ideen begeistern. Die Mitarbeiter in der Gemeindeverwaltung sehe ich als Team, die Mitglieder des Gemeinderates mit als Ideengeber und alle Bürger als Partner.