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Bürgerinitiative
Losheimer wollen Verkehrslärm stoppen

 Achim Laub zeigte den Mitgliedern der Bürgerinitiative den Brief von Bürgermeister Lothar Christ.
Achim Laub zeigte den Mitgliedern der Bürgerinitiative den Brief von Bürgermeister Lothar Christ. FOTO: Dieter Ackermann
Losheim am See. Es herrscht zu viel Verkehr in Losheim, findet eine Gruppe Betroffener. Sie machen als Bürger-Initiative Druck auf die Politik. Von Dieter Ackermann

Auch in Losheim am See stehen schon bald Wahlen an. Und weil sich die junge Bürgerinitiative (BI) Verkehr davon die Chance auf eine gesteigerte Sensibilität der Kommunalpolitik für berechtigte Bürgeranliegen verspricht, will sie jetzt direkt auf die Verantwortlichen zugehen. Mit dem Ziel vor Augen, den innerstädtischen Straßenverkehr auf die zulässigen Höchstgeschwindigkeiten einzubremsen und damit den für die Anlieger störenden Straßenlärm zu reduzieren, trafen sich BI-Mitglieder im Gasthaus Alter Markt. Angesichts der anstehenden Aufgaben hielten sie sich gar nicht lange mit Regularien wie der Wahl eines Sprechers auf. So übernahm einmal mehr Achim Laub als kommissarischer Vorsitzender die Versammlungsleitung.


Der berichtete von ersten Reaktionen der Politiker auf das bisherige BI-Engagement. „Nach Hilfe versprechenden Erklärungen der Bürgermeisterkandidaten Helmut Harth und Norbert Müller sowie der versprochenen Unterstützung seitens der Grün-Alternativen Liste (GALL) und der CDU-Fraktion, die ich an alle Mitglieder weitergeleitet habe, hier noch die Stellungnahme des Bürgermeisters, die zeigt, dass sich unsere bisherige Arbeit gelohnt hat und wir in diesem Jahr noch einiges erreichen können.“ Stolz reckte Laub den Brief von Verwaltungschef Lothar Christ hoch. Keine Rückmeldungen habe es dagegen bisher vom Bürgermeisterkandidaten der SPD, von Bürger Direkt und der SPD-Fraktion gegeben.

Aber so dankbar die BI dem Bürgermeister auch für seine schnelle Reaktion sei – auf wenig Gegenliebe fiel in diesem Kreis dessen Idee, schon Anfang dieses Jahres eine Bürgerumfrage zu starten. Diese solle herausfinden, an welchen Ortseinfahrten und anderen Verkehrsschwerpunkten feste Blitzer aufgestellt werden könnten. Das Ergebnis steht nach Einschätzung der Versammlung von vorne herein fest: Eine deutliche Mehrheit von Autofahrern werde sich gegen diese Pläne aussprechen. Anders sähe dies aus, wenn man nur die unmittelbar vom Lärm betroffenen Anlieger fragen würde. Allerdings wurde bei dieser Gelegenheit auch daran erinnert, dass der noch relativ neue Blitzer an der Ortseinfahrt Merzig durchaus bereits viele Fahrer tagtäglich nachhaltig an das Bremspedal erinnert.



Bei der weiteren Diskussion wurden noch viele Vorschläge gemacht, wie der innerstädtische Verkehr in Losheim und seinen Ortsteilen „diszipliniert“ werden könnte. Über allem schwebte die klare Erkenntnis, dass geringere Geschwindigkeiten neben einem Mehr an Sicherheit zwangsläufig auch eine Verringerung der Lärmbelästigung mit sich bringen würden. So wurde beispielsweise über bauliche Verengungen an den Ortseinfahrten diskutiert. Auch ein grundsätzliches „Rechts vor Links“ im Ortsbereich wurde von den Mitgliedern mit seinen Vor- und Nachteilen angedacht.

Ein Problem wurde dabei schnell deutlich: Verkehrslenkende Maßnahmen können von der Kommune für kommunale Straßen in eigener Regie (nach geltendem Recht) umgesetzt werden. Aber auch in Losheim gibt es nun mal zusätzlich Land- und Bundesstraßen, bei denen andere Behörden als das eigene Rathaus das Sagen haben. Daran erinnerte unter anderem Stefan Scheid, der privat in Losheim wohnt, der aber als Referatsleiter im Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz seinen Lebensunterhalt verdient. Er stellte beispielsweise bauliche Maßnahmen wie Stolper- oder Engstellen auf den innerstädtischen Straßen mit dem Hinweis darauf in Frage, wie die betroffenen Anwohner wohl auf die damit zwangsläufig verbundenen Lärmbelästigungen reagieren würden.

Jürgen Millen räumte aus Sicht der Bürgerinitiative die Probleme mit den unterschiedlichen Zuständigkeiten für die Straßen zwar ein, er vermag aber nicht einzusehen, dass man sich als Bürger von Losheim damit so klang- und sanglos abfinden soll. Viele hilfreiche Vorschläge seien bereits gemacht worden, aber geschehen sei nichts. So erinnerte er an die vom Rat bereits längst abgesegneten neuen Radwege, die bislang noch nicht realisiert worden seien. „Dann müssen wir jetzt eben als BI unseren Druck auf weitere zuständige Stellen ausweiten.“

Und genau das wurde letztlich auch beschlossen. Laub wird als kommissarischer Sprecher in den nächsten Tagen Briefe an die kommunale Politik verfassen. Aber darüber hinaus will er Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich, die sich ja ebenfalls bald zur Wahl stellen wird,  Ministerin Anke Rehlinger und zugleich die Kreispolizeibehörde mit den aus seiner Sicht berechtigten Anliegen der BI vertraut machen.

Alle BI-Mitglieder sollen vor dem Briefversand die Möglichkeit bekommen, die Inhalte zur Kenntnis zu nehmen. Laub: „Wir müssen offensichtlich gerade jetzt kurz vor den Wahlen unseren Druck auf die Politik erhöhen, um so für mehr Verkehrssicherheit und weniger Verkehrslärm in Losheim sorgen zu können.“