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Britten
Eine stolze Eiche als Mahnmal für den Frieden

Damit allen im Ort der Name und Sinn der Friedenseiche in Erinnerung bleibt, wurde diese Geschichtstafel errichtet. Ortsvorsteher Günter Ludwig stellte sie vor.
Damit allen im Ort der Name und Sinn der Friedenseiche in Erinnerung bleibt, wurde diese Geschichtstafel errichtet. Ortsvorsteher Günter Ludwig stellte sie vor. FOTO: Werner Krewer
Britten. Info-Tafel erzählt die Geschichte der Friedenseiche. Von Ute Keil

Unterhalb der Britter Pfarrkirche steht eine schöne, rund 150 Jahre alte Eiche. Um der Bevölkerung und den Gästen des Dorfes vor Augen zu führen, wann und warum sie gepflanzt wurde, entwarf Ortsvorsteher Günter Ludwig eine Informationstafel.


Hier steht zu lesen, dass nach dem Ende des Krieges von 1870/71 zwischen Deutschland und Frankreich in vielen grenznahen Orten kleine Eichenschösslinge gesetzt wurden. Sie sollten ebenso gedeihen wie der Friede zwischen den beiden Ländern.

Schon zur Zeit unserer Vorfahren galt die Eiche als heiliger Baum und die keltischen Druiden suchten sie auf, um Misteln zu schneiden und Rituale abzuhalten. Viele der 1872 gepflanzten Bäume fielen Baumaßnahmen und neuen Verkehrsführungen zum Opfer, aber die Britter Eiche gedieh, obwohl sie auf kargem, felsigem Boden steht.



Zu Beginn des Jahres 2018 wurde sie vermessen. Sie ist 15 Meter hoch, hat einen Kronendurchmesser von rund 14 Metern und einen Stammumfang von 2,70 Meter. Den Frieden konnte sie nicht bewahren, aber sie überstand 1944 den Beschuss der Kirche ohne größere Blessuren, und heute ist ihre Mission aktueller denn je. Aus Erzfeinden sind mittlerweile gute Freunde geworden, aber schon längst geht es nicht mehr nur um Frankreich und Deutschland.

„Die letzte erhaltene Friedenseiche in unserer Region sollte ein Symbol für Europa sein“, meinte Ludwig, und dafür steht sie genau an der richtigen Stelle: weithin sichtbar vor der Kirche und der großen Ilex-Hecke.

Einige Britter Bürger waren gekommen, um der Einweihung der Infotafel beizuwohnen. Die Beigeordneten der Gemeinde Losheim, Norbert Müller und Björn Kondak, sowie Lydia Güdelhöfer vom Naturpark Saar-Hunsrück sehen in dieser Aktion ein Stück lebendiger Geschichte, Information und zugleich die Aufforderung, die längste Friedenszeit unserer Geschichte weiter zu bewahren.