| 20:25 Uhr

Losheim
Warum Rotoren beim Zug der Kraniche still stehen

Aufsichtsrat-Vorsitzender Jürgen Millen
Aufsichtsrat-Vorsitzender Jürgen Millen FOTO: Dieter Ackermann
Losheim am See. BEG-Aufsichtsrats-Vorsitzender: Naturschutzfachlichen Auflagen können für befristete Abschaltungen der Anlagen sorgen.

In seinem Bericht über die Arbeit des BEG-Aufsichtsrats sprach der Aufsichtsrat-Vorsitzende Jürgen Millen unter anderem auch die naturschutzfachlichen Auflagen an, mit denen heute umweltfreundliche Windparks leben müssen. Dazu hakte die SZ in einem kurzen Interview am Rande der Generalversammlung nach.


Welche Konsequenzen haben die von Ihnen angesprochenen Auflagen für den Betrieb der Windparks?

JÜRGEN MILLEN: Diese naturschutzfachlichen Auflagen können durchaus für befristete Abschaltungen der Anlagen sorgen. Wo vom Aussterben bedrohte Tierarten durch rotierende Flügel der Windparks gefährdet werden, müssen wir als Betreiber befristet abschalten.



Um welche Tierarten handelt es sich dabei?

MILLEN: Dabei geht es zum Beispiel um die Rotmilane, Regenpfeifer, Kraniche und bestimmte Fledermäuse. Wenn etwa die Kraniche bei ihren Flügen in ihre Überwinterungsgebiete über dem Hochwald auftauchen, müssen unsere Rotoren stillstehen, um die Vögel nicht zu gefährden.

Und wie sieht das bei den Rotmilanen als Greifvögel aus?

MILLEN: Weil wir aus Erfahrung wissen, dass sich diese bedrohte Vogelart stark für Felder interessiert, auf denen Landwirte gerade zum Beispiel beim Pflügen viele Mäuse und andere kleine Tiere an die Oberfläche locken, gilt hier ein besonderes Verfahren. Wenn im Bereich von Windparks solche landwirtschaftlichen Arbeiten anstehen, melden uns die Bauern vorab diese Termine. Dann werden an diesen Tagen und jeweils zwei Folgetagen die Anlagen abgeschaltet, damit kein Rotmilan bei seinem Sturzflug auf seine Beute Opfer unserer Rotoren werden kann.

Bedeuten die Folgen solcher naturschutzfachlichen Auflagen für die Windparkbetreiber nennenswerte Verluste?

MILLEN: Davon können Sie ausgehen – zumal wir unsere Anlagen ja auch bei starkem Wind und Frosttemperaturen (Eiswurf) abschalten. Solche Abschaltungen können für einen Windpark pro Jahr durchaus Verluste bedeuten, die in die Hunderttausende gehen. Aber es versteht sich von selbst, dass wir solche Sicherheits- und Naturschutzaspekte absolut ernst nehmen.

Die Fragen stellte Dieter Ackermann