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Losheim
Immer im Einsatz für ein gesundes Herz

Der stellvertretender Vorsitzender des TV Losheim, Torsten Kuhn (r.) bedankt sich bei den Gründern und Trainern der Herzgruppe (von rechts): Monique Röder, Helmut Röder, Therese Jost, Charly Scherer, Christine Ruhrmann, Carmen Simon und Heike Lambert.
Der stellvertretender Vorsitzender des TV Losheim, Torsten Kuhn (r.) bedankt sich bei den Gründern und Trainern der Herzgruppe (von rechts): Monique Röder, Helmut Röder, Therese Jost, Charly Scherer, Christine Ruhrmann, Carmen Simon und Heike Lambert. FOTO: Werner Krewer
Losheim am See. Seit 25 Jahren gibt es die Herzgruppe des Turnvereins Losheim. Jetzt wurde mit vielen Gästen groß Jubiläum gefeiert.

„Wenn es die Herzgruppe in Losheim nicht gäbe, müsste sie schnellstens erfunden werden:“ Mit diesen Worten sprach Festredner Professor Jörg Loth wohl allen Anwesenden aus der Seele. In Losheim am See wurde jetzt das 25-jährige Bestehen der örtlichen Herzgruppe gefeiert. Dieses Fest war zugleich Auftaktveranstaltung für das Jubiläumsjahr des Turnvereins, der demnächst neun Jahrzehnte auf dem Buckel hat. Herzgruppen gibt es seit rund 50 Jahren. Davor, bis in die 70er-Jahre hinein, wurde Patienten nach einem Herzinfarkt absolute Ruhe verordnet. Die ersten Lauftreffs für Herzkranke wurden von den Medizinern noch sehr kritisch beäugt, aber die Erfolge gaben den Bewegungsfreaks recht.


Den Anstoß für die Einrichtung der Losheimer Gruppe gab Dr. Christina Ruhrmann, die bei einem Besuch im Hause Scherer scherzhaft meinte: „Der TV hat ja schon wieder eine neue Sparte gegründet, da würde doch auch noch eine Herzgruppe hinpassen.“ Wenige Stunden später stand der damalige TV-Vorsitzende Charly Scherer mit einem fertigen Konzept in ihrer Praxis. Zwei lizenzierte Trainer hatte er auch schon. Unter der Regie von Klemens Heinz und Gertrud Lauer nahm im Herbst 1993 die Sparte Koronarsport ihre Tätigkeit auf. „Heute sagt man nicht mehr Herzsport-, sondern nur Herzgruppe, denn mit Sport im Sinne von Leistung hat diese Arbeit nichts zu tun“, erklärte Helmut Röder, der diese Sparte seit 2001 leitet. Es gehe in erster Linie darum, Menschen, die einen Herzinfarkt oder eine andere gefährliche Herzerkrankung hinter sich haben, wieder neues Vertrauen in sich und ihren Körper zu vermitteln. Dazu gehören natürlich viel Bewegung, viele Gespräche, gemeinsame Unternehmungen und eine gute Portion Humor.

Die guten und nachhaltigen Heilungsverläufe von Herzpatienten, die einer Koronargruppe angehören, haben dazu geführt, dass die Anzahl der Gruppen von nur 77 im Jahre 1977 auf aktuell rund 6500 angewachsen ist. 53 gibt es alleine im Saarland. Der Chefarzt der Reha-Klinik in Weiskirchen, Dr. Martin Schlickel, sprach von einer Erfolgsgeschichte der medizinischen Evolution. Er merkte auch an, dass es zunehmend schwieriger werde, genügend freiwillige Helfer zu finden, um all diese Gruppen am Leben zu erhalten. Natürlich haben auch die Krankenkassen großes Interesse an den Koronargruppen und fördern sie finanziell.



Professor Loth, Vorstand der IKK Südwest, schilderte in seinem Festvortrag zwei fiktive heilungs- respektive Krankheitsverläufe: Ein Mann und eine Frau, beide übergewichtig und starke Raucher, erleiden einen Herzinfarkt. Er ändert im Anschluss nichts an seinem Lebensstil, hat in den nächsten fünf Jahren sieben Krankenhausaufenthalte, weit über hundert Fehltage und verursacht seiner Krankenkasse Kosten in Höhe von 58 000 Euro. Sie nimmt 20 Kilo ab, schafft sich einen Hund an und tritt einer Herzgruppe bei. Fazit: nur 7200 Euro für Arztbesuche und Medikamente in den fünf Folgejahren.

Auch in Losheim und den umgebenden Ortsteilen leben viele Menschen, die der Herzgruppe eine verbesserte Gesundheit und damit einen Zuwachs an Lebensqualität verdanken.

Ortsvorsteher Stefan Palm, der erste Beigeordnete der Gemeinde Losheim, Norbert Müller, und der zweite Vorsitzende des TV Losheim, Thorsten Kuhn, würdigten die Leistungen derer, die die Sparte mit ihrem ehrenamtlichen Einsatz am Leben erhalten, darunter auch die Begleitärzte, die große Teile ihrer wahrlich knapp bemessenen Freizeit für diesen Dienst an ihren Mitmenschen opfern. Lob und Blumen gab es für die beiden Gründungsärztinnen, Dr. Therese Jost und Dr. Christina Ruhrmann, für den ehemaligen TV-Vorsitzenden Charly Scherer, für die beiden derzeitigen Übungsleiterinnen Carmen Simon und Heike Lambert und für Helmut Röder, der unermüdlich koordiniert und dokumentiert, wichtige Kontakte knüpft und unterhält und darüber hinaus auch auf Landes- und Bundesebene aktiv ist.

Während der Jubiläumsfeier sorgte Sir Henry´s Dixie Band für den richtigen Ton und Moderator Thomas Breidt für die gute Laune.