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Aktion
20 000 Euro Spende für Aktion 3. Welt

Bei der Spendenübergabe (v. l. n. r.) Gertrud Selzer, Max Gerlach - Vorstandsmitglieder der Aktion 3.Welt Saar e.V., Björn Kondak - Beigeordneter Gemeinde Losheim am See, Reinhold Jost, Minister für Umwelt und Verbraucherschutz, Lothar Christ, Bürgermeister der Gemeinde Losheim am See, Stefan Scheid, Refereratsleiter Umwelt und Wirtschaft, Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz.
Foto: Dieter Ackermann
Bei der Spendenübergabe (v. l. n. r.) Gertrud Selzer, Max Gerlach - Vorstandsmitglieder der Aktion 3.Welt Saar e.V., Björn Kondak - Beigeordneter Gemeinde Losheim am See, Reinhold Jost, Minister für Umwelt und Verbraucherschutz, Lothar Christ, Bürgermeister der Gemeinde Losheim am See, Stefan Scheid, Refereratsleiter Umwelt und Wirtschaft, Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz. Foto: Dieter Ackermann FOTO: Dieter Ackermann
Losheim am See. Für eine weltweite faire Landwirtschaft setzt sich die Initiative 3. Welt Saar ein. Einen Unterstützer hat sie in Umweltminister Reinhold Jost gefunden.

Weil Umweltminister Reinhold Jost von dem ehrenamtlichen Engagement der Aktion 3. Welt Saar mit Sitz in Losheim am See vollkommen überzeugt ist, unterstützt er das neue Bildungsprojekt dieser Initiative mit dem Arbeitstitel „Für eine faire Landwirtschaft weltweit“ mit 20 000 Euro aus dem Haushalt des Saarlandes. Dass diese Förderung durch ein Bundesland nicht so ganz selbstverständlich ist, betonten Gertrud Selzer und Max Gerlach vom Vorstand bei der gestrigen Vorstellung ihrer neuen Initiative im Bistro im Seegarten in Losheim. Während die Aktion 3. Welt Saar Minister Jost – selber seit vielen Jahren Mitglied – für diese wertvolle Unterstützung dankte, empörte sich der Vorstand über die Haltung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), das seine Zusammenarbeit mit den Saarländern im vergangenen Jahr gegen eine Empfehlung seiner zuständigen Fachabteilung aufgekündigt habe. Aber da sei das letzte Wort noch nicht gesprochen (siehe: Förderstopp für das Agrarprojekt).


Minister Jost freute sich nach der Begrüßung durch den dienstältesten Bürgermeister des Saarlandes, Lothar Christ, wieder einmal in der wunderschönen Gemeinde Losheim am See zu sein, die er als Musterbeispiel für ehrenamtliches und zukunftsorientiertes Engagement adelte. Dann war auch ganz schnell die Rede von der Aktion 3. Welt Saar. Als Minister habe er gelegentlich mit deren Verantwortlichen über Themen sachlich gestritten. Aber beim Ziel, dem Blick über den Tellerrand bei dem Einsatz für eine nachhaltige Landwirtschaft mit fairen Produktionsbedingungen weltweit, sei er sich als Umweltminister immer mit dieser bundesweit agierenden Initiative einig gewesen.

Im Rahmen ihrer agrarpolitischen Bildungskampagne „ERNA goes fair – Kampagne zur Ernährungssicherheit und Nachhaltigkeit, fairer Handel und entwicklungspolitische Bildungsarbeit“ plane die Organisation ein neues Bildungsprojekt mit dem Titel „Für eine faire Landwirtschaft weltweit“. Zu dessen Finanzierung wollte der Umweltminister mit Haushaltsmitteln des Landtages nachhaltig beitragen. Jost: „Deshalb haben wir auf meinen Vorschlag hin haushalterisch einen Titel festgeschrieben, der dieses Projekt mit 20 000 Euro unterstützt.“



In diesem Zusammenhang erinnerte er daran, dass im Saarland zwar neben seinem wichtigen industriellen Kern mit insgesamt 80 000 Hektar landwirtschaftlich genutzten Flächen und 90 000 Hektar Wald auch die Land- und Forstwirtschaft wichtige Rollen spielen, dass dies aber zu etwa 90 Prozent auf benachteiligten Flächen geschehe. Letzteres bedeute für die Betroffenen jährliche Verluste von rund 15 bis 20 Millionen Euro. Und trotzdem spiele der ökologische Landbau im Saarland mit etwa 17 Prozent eine bedeutend wichtigere Rolle als im Bundesgebiet mit sieben Prozent. Dabei spiele zwangsläufig das Engagement der Aktion 3. Welt Saar eine wichtige Rolle – „und dafür gibt’s von uns öffentliche Zuwendungen“.

Mit ihrem Dank für die Unterstützung durch den Minister verband anschließend Gertrud Selzer vom Vorstand der Aktion einen kurzen Überblick über das neue Projekt, das erst durch die öffentliche Förderung realisiert werden könne. Unter anderem verwies sie auf den geplanten Aufbau einer agrarpolitischen Plattform zur Vernetzung und Koordination von Milchbauern, Naturschützern, Gewerkschaften und 3.-Welt-Engagierten. Ferner sollen unabhängige Hilfsorganisationen (NGOs) durch Wissensaustausch unterstützt werden. Geplant seien ebenfalls mehrtägige Delegationsreisen nach Berlin.

Dazu kommen, so Gertrud Selzer, neue Bildungsmaterialien, interessante Bildungsveranstaltungen und interessante Vorträge. Letztlich sollen bei der zunächst auf zwei Jahre angelegten Projektlaufzeit Kooperationspartner wie Bauern, Gewerkschaftler und Naturschützer sowie neue Zielgruppen an wichtige Fragen herangeführt werden. Zum Beispiel: „Woher kommt unser tägliches Brot, unsere Milch, unser Fleisch, sowie Gemüse und unser Obst? Und vor allem: Wer produziert dies wie? Und wie hätten wir es gerne?“

Auf das Projektziel ging das Vorstandsmitglied noch näher ein: „Wir wollen vermitteln, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, um eine bäuerliche Landwirtschaft zu erhalten beziehungsweise zu schaffen, die dem Leitbild der Nachhaltigkeit und Ernährungssicherheit verpflichtet ist.“ Und sie fuhr fort: „Niemand auf dieser Welt müsste heute hungern, es gibt genügend Nahrungsmittel für alle. Warum aber noch eine Milliarde Menschen Hunger leiden und was dagegen unternommen werden könnte, diesen Fragen müssen wir uns stellen.“

Umweltminister Jost: „Das alles sind gute Argumente für unser Saarland, über den Tellerrand zu schauen und dieses ehrenamtliche Engagement der Aktion 3. Welt Saar mit Sitz in Losheim am See mit Landesmitteln zu unterstützen.“

(a-n)