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Herzmassage
Lebensretter sein – auch auf dem Fußballplatz

Praktische Übungen an einer Reanimationspuppe rundeten den Vortrag ab.
Praktische Übungen an einer Reanimationspuppe rundeten den Vortrag ab. FOTO: Erich Brücker
Merzig-Wadern. Bei Herzstillstand tut schnelle Hilfe Not. Erstmals gab es eine Erste-Hilfe-Schulung für Vereinsmitarbeiter und Fußballer.

Der plötzliche Herztod auf dem Sportplatz – auch Profisportler sind davor nicht gefeit. Schwimmweltmeister Alexander Dale Oen oder Fußballprofi Piermario Morosini sind dafür traurige Beispiele. Solche Dramen sind auch aus dem Amateurfußball bekannt. Die Fußballer sterben, weil Mitspieler, Trainer, Betreuer oder Zuschauer als mögliche Ersthelfer vor Ort nur unzureichend ausgebildet sind, um mit Herzdruckmassagen (MDH) reanimieren zu können oder aus Angst vor Fehlern lieber gar nichts tun. Sofortmaßnahmen können einem Betroffenen das Leben retten. Dafür haben der Deutsche Fußballbund (DFB) und die Deutsche Herzstiftung (DHS) das Gemeinschaftsprojekt „Lebensretter sein“ gestartet. Im Rahmen des  Projektes sollen Laien-Reanimationsschulungen für Fußballer durchgeführt werden. Hierzu gehört die Anwendung des Automatisierten Externen Defibrillators (AED)



Im Bereich des Saarländischen Fußballverbandes (SFV) gab es im Clubheim des Bezirksligisten SV Überroth erstmals eine Schulung für Vereinsmitarbeiter und Fußballer, geleitet von Vertretern der Herzstiftung. Zur Begrüßung der knapp 20  Frauen und Männer wies  Vereinsmitarbeiter Rainer Bommer darauf hin, dass im Sommer anlässlich eines Alte-Herren-Fußballturniers beim SV Lockweiler-Krettnich ein Fußballer, der einen Herzstillstand erlitten hatte, nur aufgrund eines beherzten Eingreifens zweier Mitspieler gerettet werden konnte. „Die Überlebenschance steht in Abhängigkeit zur schnellen Hilfe“,  sagte der Vertreter der Herzstiftung, Prof. Dr. Günther Görge, in seinem Vortrag. Er informierte die Teilnehmer über die einzelnen Schritte der Reanimation. Bis Rettungssanitäter vor Ort eintreffen, vergehen oft mehr als zehn Minuten. Ab drei Minuten nach erlittenem Herzstillstand erfolgt nach Worten des Mediziners eine Gehirnschädigung, mehr als sieben Minuten der Hirntod. Von daher sei der Ersthelfer viel wichtiger als der Notarzt. Seine Tipps an die Ersthelfer: Den Patienten auf den Rücken legen und durch Rütteln oder Ansprechen prüfen, ob er bewusstlos ist. Erfolgt keine Reaktion, ist sofort Erste Hilfe über Notrufnummer 112 herbei zu rufen. Danach muss nach Worten des Mediziners sofort mit der Wiederbelebung begonnen werden. Mit gestreckten Armen das Brustbein tief und schnell (fünf bis sechs Zentimeter sowie 100 bis 120 Mal pro Minute) in Richtung Wirbelsäule drücken. Die Herzdruckmassage ist laut Görge so lange fortzuführen, bis das Rettungsteam eintrifft. Nach einer theoretischen Einführung folgten praktische Übungen.

Die Initiatoren des Projektes sind überzeugt, dass sich die Reanimation durch Laien mit Hilfe von Schulungen zu einer Notfallmaßnahme etablieren lässt. Hierbei wird auf die Eigenverantwortung der Spieler gesetzt.

Vereine, die an einer Schulung interessiert sind, melden sich bei der Geschäftsstelle des Saarländischen Fußballverbandes, Hermann-Neuberger-Sportschule, Telefon (06 81) 38 80 30 an.