Landrätin setzt auf Telemedizin zur Verbesserung notärztlicher Versorgung

Merzig-Wadern : Telemedizin soll Rettungsdienst unterstützen

Landrätin will rasch technische Voraussetzungen für Einsatz telemedizinischer Anwendungen schaffen.

Wer einen medizinischen Notfall erlebt, möchte nur eines: Schnell und kompetent versorgt zu werden. Dabei kommt es in manchen Fällen tatsächlich auf Minuten an. Es gilt, die Optimierungspotenziale auszuschöpfen, weshalb Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich nach eigenem Bekunden vor allem einen Aspekt besonders im Blick hat: „Klar ist: Der Ausbau der Telemedizin ist perspektivisch für den Rettungsdienst ein geeignetes Mittel, um die rettungsdienstliche Versorgung der Bevölkerung qualitativ zu verbessern“, heißt es in einer Mitteilung. Gerade vor dem Hintergrund des allgegenwärtigen Fachkräftemangels, der auch die Personalisierung der Notarzt- und Rettungsdienste immer stärker belasten wird, könne ein derartiges System positiven Nutzen stiften. Schlegel-Friedrich: „Die bereits etablierte Datenübertragung von EKG-Daten der Notfallpatienten von der Einsatzstelle in aufnehmende Kliniken beschleunigt die rettungsdienstlichen Abläufe zum Wohl der Patienten.“

Ein weiterer Ausbau der Telemedizin – wie in anderen Regionen Deutschlands (zum Beispiel im Raum Aachen) bereits etabliert – könnte mit der Übertragung von Anamnese-Ergebnissen und Diagnostik-Daten das rettungsdienstliche Personal vor Ort (Notarzt wie auch nichtärztliches Rettungsdienstpersonal) maßgeblich unterstützen. Beispielsweise könnten in der Leitstelle etablierte Fachärzte mit notärztlicher Kompetenz das Einsatzpersonal vor Ort fachlich beraten und unterstützen. Gerade der ländliche Raum mit relativ weiten Fahrwegen in die Klinik könnte davon erheblich profitieren, ist sich die Landrätin sicher. Ein derartiges System setze jedoch neben der telemedizinischen Fachkenntnis des Personals beziehungsweise entsprechender Ausstattung der Einsatzfahrzeuge sowie der Präsenz eines Notfallmediziners in der integrierten Leitstelle eine flächendeckende Netzinfrastruktur zur störungsfreien Datenübertragung voraus.

„Ich würde mir für den Rettungsdienst vor allem im Nordsaarland möglichst schnell den zügigen Ausbau telemedizinischer Anwendungen wünschen. Hier wäre der Nutzen für die Patienten besonders hoch, und deshalb sollte dem Ausbau höchste Priorität eingeräumt werden“, betont Schlegel-Friedrich.

Vielen Fragen zur Organisation, zum Datenschutz, aber auch zur Finanzierung sind nach ihren Worten derzeit im Saarland noch offen, gleiches gelte für das Vorliegen der technischen Voraussetzungen. In einem ersten Schritt sollte, nach Meinung von Daniela Schlegel-Friedrich, der Zweckverband für Rettungswesen und Feueralarmierung (ZRF) eine Machbarkeitsstudie für das Nordsaarland durchführen, um zu klären, welche Voraussetzungen bereits vorliegen beziehungsweise noch geschaffen werden müssen, um dieses Projekt umsetzen zu können. Erste Gespräche der Landrätin mit den zuständigen Stellen haben nach Mitteilung des Kreises zum Ergebnis, dass diese Studie nun umgehend in Auftrag gegeben wird.

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