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Kreistag billigt Kommunales Übergangsmanagement für Gemeinschaftsschulen

Merzig-Wadern : Kommunales Übergangsmanagement kann kommen

Kreistag stimmt der Einführung des Berufsorientierungsprojektes an allen Gemeinschaftsschulen ab kommendem Schuljahr zu.

Der Kreistag von Merzig-Wadern hat in seiner jüngsten Sitzung die Einführung des so genannten Kommunalen Übergangsmanagements (KÜM) zum kommenden Schuljahr an allen Gemeinschaftsschulen im Kreisgebiet beschlossen. Das Kommunale Übergangsmanagement wurde seit Anfang September 2015 in einer Pilotphase für die drei folgenden Schuljahre an den Gemeinschaftsschulen Graf-Anton-Schule Wadern und Mettlach-Orscholz umgesetzt. „Seitens der Schulen wurden die positiven Effekte des KÜM bekräftigt und der Wunsch nach dauerhafter Implementierung an den Schulen geäußert, da nur so eine verstetigte Eingliederung in die Lehrpläne des Faches ‚Schule & Beruf’ und in den schulischen Rahmenterminkalender möglich sei“, heißt es in einer Mitteilung der Kreisverwaltung. Ein permanenter Ansprechpartner für dieses Thema in der Schule habe sich als sehr hilfreich und erfolgversprechend erwiesen.

Die Kreistagsmitglieder beschlossen einstimmig bei zwei Enthaltungen nun die Umsetzung des KÜM an den sechs Gemeinschaftsschulen im Landkreis. Die Umsetzung beginnt mit dem kommenden Schuljahr 2019/20. Angesprochen werden die Schüler der Klassenstufe acht, die in einem ersten Schritt in Gruppen mittels eines Orientierungstests ihre beruflichen Stärken und Interessen feststellen. Im zweiten Schritt werden in einem persönlichen Gespräch die Ergebnisse dieses Orientierungstests besprochen. Aufbauend auf diesen Ergebnissen findet die individuelle Unterstützungsleistung statt. Mit der Umsetzung des Kommunalen Übergangsmanagements soll nach der Zielsetzung der Kreisverwaltung die Quote der Abbrecher von Ausbildung und Beruf verringert und die Ausbildungsreife der Schüler frühzeitig gefördert werden.

„Eine gezieltere Auswahl von Praktikums- und Ausbildungsplätzen wird ermöglicht und ein ganzheitliches, präventives und integratives Management der Jugendberufshilfe wird institutionalisiert. Weiterhin sind alle an der beruflichen Integration beteiligten Institutionen und Akteure in das Übergangssystem eingebunden“, heißt es von Seiten des Landkreises. Eine Erfassung statistischer Daten, wie zum Beispiel zum Verbleib nach Schulende, ermögliche datenbasierte strategische Entscheidungen des Landkreises.

Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich bedankte sich bei den Kreistagmitgliedern für die Unterstützung der von ihr forcierten KÜM-Einführung. Für die Umsetzung bedarf es aus Sicht der Fachabteilung einer hausinternen Personalisierung von sechs Halbzeitstellen für die Umsetzung vor Ort an den Gemeinschaftsschulen sowie einer Koordinationsstelle im Umfang einer halben Vollzeitstelle. Dies beschlossen die Kreistagsmitglieder ebenfalls in dieser Sitzung einstimmig. Die Kreisverwaltung darf gemäß dieses Beschlusses nun Stellen für sechs sozialpädagogische Fachkräfte im Kommunalen Übergangsmanagement Schule-Beruf sowie eine Stelle für einen Schoolworker ausschreiben.