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Kolumne Wort zum Alltag
Suche Frieden und jage ihm nach

Ein neues Jahr beginnt man mit guten Vorsätzen. Aber viele von denen für 2019 wurden bis heute, am 9. Tag des neuen Jahres, wohl schon wieder aufgegeben. Hoffentlich ergeht es nicht dem Vorsatz genauso, den uns die Jahreslosung für dieses Jahr ans Herz legt: Suche Frieden und jage ihm nach (Psalm 34,15). Andrea Zarpentin

Frieden – in vielen Ländern begrüßt und verabschiedet man sich mit dem Friedenswunsch. Bei uns ist das als Wunsch etwas aus der Mode gekommen. „... und vor allem Gesundheit, das ist das Wichtigste ...“, heißt es meistens.


Ich kenne Menschen, die sind nicht gesund und wissen, dass sie es nie mehr werden, aber sie haben ihren Frieden gemacht damit. Und vielen dieser Menschen scheint es mir weit besser zu gehen als so manchem Gesunden, sie sind deutlich zufriedener.

Frieden – das wünsche ich uns, hier und in der Welt - ganz persönlich, sozusagen fürs Innenleben, im Miteinander, in der Gesellschaft und in Form von Waffenruhe.



Aber „suche Frieden und jage ihm nach“ ist mehr als der Wunsch, es  möge Frieden einkehren. Es ist die Aufforderung, aktiv zu werden, selbst etwas zu tun.

In seinem „Anstoß zum Frieden“ schrieb der Kabarettist Hanns Dieter Hüsch: „Lasst uns Gottes versammelte Großzügigkeiten werden. Und seine Artisten sein. Die Welt überwinden. Nicht mit Leichtigkeit gewiss. Aber mit Zuversicht, Geduld und Freundlichkeit. Lasst uns Nachsicht üben, wo andere den Schlussstrich ziehen. Lasst uns spielerisch auftreten, wo andere mit dem Fuß aufstampfen. Lasst uns Feinde in Freunde verwandeln.“

Und der frühere Bundespräsident Richard von Weizsäcker sagte: „Wer zum Frieden der Welt beitragen will, muss Frieden in eigener Sache schaffen und geben können. Für den Frieden muss geplant und investiert werden wie für den Krieg.“

Ein neues Jahr beginnt man mit guten Vorsätzen. Suche Frieden und jage ihm nach! Und gib nicht zu schnell auf!