"Wort zum Alltag" von Andreas Lusky: Wozu Reich Gottes?

Kolumne „Wort zum Alltag“ : Wozu Reich Gottes?

Haben Sie sich schon mal die Frage gestellt: „Was hat Jesus in der Zeit zwischen Auferstehung und Himmelfahrt gemacht?“ Offensichtlich fand er es wichtig, noch einige Zeit mit seinen Jüngern zu verbringen.

Was Jesus in dieser Zeit getan hat, erfahren wir am Anfang der Apostelgeschichte: „Vierzig Tage hindurch ist er ihnen erschienen und hat vom Reich Gottes gesprochen.“

Das Reich Gottes ist für Jesus nichts Theoretisches. Das Reich Gottes soll sich unter uns ausbreiten. Deshalb heißt es im Vaterunser-Gebet: „Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.“

Wer das Vaterunser betet, der bittet darum, dass sich das Reich Gottes in jedem Bereich seines Lebens und in der Gesellschaft ausbreitet. Der Wille Gottes, seine Königsherrschaft, soll sich verwirklichen: im eigenen Leben, in der Familie, in der Kirche, auf der Arbeit, in der Schule, in der Politik, überall.

Wie geschieht das? Jesus macht deutlich: Das Reich Gottes verwirklicht sich durch Menschen, die ihr Leben unter seiner Leitung leben wollen. Am Anfang steht die Einladung, ihn als Herrn und Gott für das eigene Leben zu wählen. Die persönliche Entscheidung ist für Gott wichtig, weil er keinen Menschen in sein Reich zwingt. Man kann diese Entscheidung mit einem einfachen Gebet treffen: „Herr Jesus, ich glaube an dich und ich wähle dich als Herrn und Gott in meinem Leben! Leite mich darin, dich mehr zu erkennen und deinen Willen zu tun!“

Wer diese Entscheidung trifft, erlebt Gottes Handeln. Denn Gott erhört das Gebet „Dein Reich komme, dein Wille geschehe“ im Leben von jedem Menschen, der sich von ihm leiten lassen will. Damit wird das Reich Gottes zu einem Grund der Hoffnung und Zuversicht für die eigene Zukunft und für die Zukunft unserer Gesellschaft.

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