Wort zum Alltag: Kundschafter in der Pfarrei der Zukunft Wadern

Kolumne „Wort zum Alltag“ : Kundschafter der Kirche

In den letzten Wochen waren in unserer „Pfarrei der Zukunft Wadern“ Kundschafter unterwegs. Was sollten sie erkunden? Was haben sie gesucht?

Die Kundschafter waren auf dem Weg zu Menschen, die ihnen etwas von ihrem Leben erzählen. Sie trafen Menschen in ihren alltäglichen Lebenszusammenhängen, Kindergärtnerinnen und Eltern, Bürgermeister und Verwaltungsleute, Hebammen und Polizisten, junge Leute und Senioren.

Die Kundschafter wollten sich kundig machen, wie diese Menschen leben und was sie von ihrem Leben erwarten. Welche Sorgen und welche Freuden sie haben.

Kirche geht zu den Menschen. Das ist für viele zunächst fremd und ungewöhnlich. Denn für viele hat Kirche eher mit „hingehen müssen“ zu tun. Für viele ist das die Sonntagspflicht und für manchen ehrenamtlichen Mitarbeiter sind es eher Sitzungen als die Begegnung mit Menschen in ihrem Lebensumfeld.

Erkunden ist ein Impuls der Trierer Bistumssynode. Hinschauen, wie die Menschen leben, um die Sendung der Kirche in der Lebenswirklichkeit der Menschen neu zu erfahren.

Die Jünger Jesu hatten sich nach Christi Himmelfahrt ängstlich zurückgezogen. Sie trauten der Botschaft, die sie weitersagen wollten, nicht. Kommt die Botschaft von einem lebendigen Gott bei den Menschen überhaupt an? Dann haben die Jünger es doch gemacht, sind zu den Menschen gegangen, haben deren Fragen beantwortet, so gut sie konnten. Dabei entdeckten sie Fähigkeiten, die sie sich selbst nicht zugetraut hatten.

Viele heutige Menschen, gerade oft die nachdenklichen, suchen den Zugang zum christlichen Glauben. Warten wir als Christen darauf, dass sie kommen, oder gehen wir zu ihnen hin in die Brennpunkte ihres Lebens?

Lassen wir uns als christliche Gemeinden auch von den Fragenden und Suchenden erkunden? Denn auch sie wollen wissen, wer wir sind und was wir anzubieten haben.

Der Glaube lebt vom Weitersagen. Er lebt von einem offenen Dialog. Es gibt Zeitgenossen, die nach dem Eingang in den Glauben und in die Kirche fragen. Wen treffen sie im Eingangsbereich unserer Kirchen an? Wie erleben sie uns in den Gemeinden? Verstehen sie, was wir zu sagen haben? Was strahlen wir aus? Leider erleben sie oft eine Müdigkeit. Wir leugnen zwar nicht Gott, aber rechnen wir wirklich ernsthaft mit Gott?

Ich glaube, wir Christen sind den Fragenden und Suchenden nicht alle möglichen Antworten schuldig, sondern unser gelebtes Zeugnis vom lebendigen Gott. Es gilt hinzugehen und einzuladen.

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