Wort zum Alltag : Christen müssen Hoffnung leben

Ich liebe den Frühling. Wenn die ersten Sonnenstrahlen auf die Erde und mein Gesicht fallen, werden die Lebensgeister geweckt. Überall entdecke ich Spuren des Lebens. Kleinste grüne Flecken, noch von Frost bedeckt, kämpfen sich durch.

Und dann ist es wie eine Lebensexplosion von Gerüchen und Farben. Es passt, dass das Osterfest in dieser Zeit gefeiert wird. Jedes Jahr gedenken wir Christen in den Kar- und Ostertagen aufs Neue, wie Jesus am Kreuz starb, ins Grab gelegt wurde, aber am dritten Tage von den Toten auferstand. Vor einigen Tagen erschütterte mich die Aussage einer jungen Frau. Sie sagte mir: „Ich will keine Kinder! In diese schreckliche Welt kann ich keine Kinder setzen.“

Ich empfand diese Worte wie ein Todesurteil über unsere Welt, ja auch meine Welt. Ja, es gibt so viel Leid und Tod auf dieser Erde. Wir sind dabei, unser gemeinsames Haus, wie Papst Franziskus es nennt, zu zerstören. Aber wir Christen müssten für die Hoffnung stehen. Wir müssten sie leben. So klein und zaghaft sie auch sein mag. Ich sehe die kleinen Spuren der Hoffnung. Ich sehe junge Menschen, die für ihre Zukunft auf die Straße gehen. Ich lese von Menschen, die nach dem unfassbar grausamen Anschlag in Christchurch einander beistehen und trösten. Ich erlebe Ehrenamtliche, die am Sterbebett aushalten und Menschlichkeit in diese Welt bringen.

Ja, immer wieder kommt der Frost und man meint, wir Menschen bringen nur Tod und Verderben, aber dann ist es stärker. Das Leben. Sehen Sie mit mir diese Spuren, spüren Sie die Sonnenstrahlen im Gesicht und versuchen wir selber, an diesem Tag etwas Hoffnung und Leben in diese Welt zu bringen.

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