Wochenkolumne zur Sperrung des Tunnels Pellinger Berg

Kolumne : Behörden auf Tauchstation

Sie hat ganz schön Wellen geschlagen, die Sperrung des Autobahntunnels Pellinger Berg, die sich bis zum Anfang dieser Woche hin erstreckte.

Und das zu Recht: Dass die Menschen in den Orten entlang der Umleitungsstrecke sich allein gelassen fühlten mit dem Verkehrschaos, das die Tunnelsperrung ihnen bescherte, ist nachvollziehbar. Ihre Wut über die Behörden erscheint verständlich. Denn es dauerte geschlagene fünf Tage vom Beginn der Sperrung an (und bedurfte einiger Berichte in dieser Zeitung), bis von Seiten des Landesbetriebs für Straßenbau (LfS) überhaupt einmal eine Reaktion und der Versuch einer Erklärung für die von jetzt auf gleich vollzogene Vollsperrung kam. Das darf nicht sein, auch wenn auf die Sperrung alsbald ein verlängertes Feiertagswochenende folgte.

Aber auch die Behörden vor Ort haben viel zu spät reagiert: Dass der Landkreis in Person seiner Verwaltungschefin am Montag (als die Aufhebung der Sperrung unmittelbar bevorstand) einen Runden Tisch wegen der unhaltbaren Zustände ins Gespräch brachte, wirkt wie das Eingeständnis eines schlechten Gewissens. Denn wo waren die Landrätin und die ihr unterstellte Straßenverkehrsbehörde (die sich um Verkehrssicherheit im Kreis zu kümmern hat) in den Tagen davor? Auf Tauchstation, wie der LfS. Und dass sich alle von der Sperrung Betroffenen darüber aufregen, ist zu verstehen.

Nach allem, was bis dato bekannt ist, stehen drei Dinge fest: Die unvermittelte Vollsperrung des Tunnels war, da es sich um eine sehr massive und plötzlich eingetretene Störung relevanter Sicherheitstechnik handelte, wohl gerechtfertigt und kaum zu vermeiden gewesen. Aber, auch das ist klar: Der Verkehr von und nach Luxemburg hat mittlerweile solche Ausmaße angenommen, dass die Umleitungsstrecke ihn in ihrer jetzigen Form nicht mehr verkraften kann. Hier müssen die Verantwortlichen dringend reagieren. Das gilt ebenso für den dritten Punkt: Wenn eine solche unvorhergesehen Notsituation eintritt wie zuletzt, muss es eine funktionierende Informations- und Kommunikationskette geben – Feiertag hin, verlängertes Wochenende her.

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