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Wochenkolumne zur neuen Ampelkreuzung in Merzig

Wochenkolumne : „Regelkonform“, aber dennoch lebensgefährlich

Das Urteil ist vernichtend: „Katastrophe! Lebensgefährlich!“, so wird in einem Facebook-Eintrag die Situation für Fahrradfahrer beurteilt, die über die Hilbringer Brücke nach Merzig fahren. Diese harsche Bewertung kommt nicht vom Mitglied einer Oppositionsfraktion im Stadtrat, sondern von einer versierten Radfahrerin.

Sie ist oft mit dem Rad unterwegs, kennt die Tücken, mit denen sich Radler im Straßenverkehr auseinandersetzen müssen. Die auf der Hilbringer Brücke neu geschaffenen lassen ihr erkennbar die Haare zu Berge stehen.

Dass es viele gibt, die diese Einschätzung teilen, macht deutlich: Die neue Verkehrsführung auf der Brücke und an der Ampelkreuzung ist auf eines ausgerichtet: dass der Pkw- und Lkw-Verkehr besser vorankommt. Was nicht ganz verwunderlich ist. Das Ziel jenes Verkehrsgutachtens, das allen Planungen zugrunde liegt und vor mehr als zehn Jahren für Merzig erstellt wurde, lautete: Optimierung des Verkehrsflusses. Was in der konkreten Planung heißt: maximale Nutzung des Verkehrsraumes für Automobile bei minimaler Berücksichtigung der Belange anderer Verkehrsteilnehmer. Und dann wurden noch an sich begrüßenswerte Neuerungen wie die Bushaltestellen auf der Brücke durch dilettantische Planungsfehler konterkariert: Die Pfosten der Fußgängerampel, die diese Haltestellen absichern, derart mitten auf den Weg zu setzen, dass sie Radfahrer behindern, ist ziemlich dämlich.

So macht es sich der Landesbetrieb für Straßenbau ein bisschen leicht, wenn er darauf verweist, dass die Planung „regelkonform“ gewesen sei. Das bedeutet nicht, dass sie auch gut und durchdacht ist. Und im Übrigen: Die Stadtverwaltung hat in Person ihres Bürgermeisters, wenn auch für manchen etwas spät, ihre Betroffenheit über den tödlichen Unfall an der neuen Kreuzung zum Ausdruck gebracht. Auf ein solches Bekenntnis warten wir vonseiten des LfS bislang vergebens.