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Wochenkolumne zur Krankenhaus-Debatte im Hochwald

Wochenkolumne : Perfider Standort-Poker

In dieser Woche ist eingetreten, was zu befürchten war: Die Diskussion um die medizinische Versorgung im Hochwald ist zu einer knallharten Standort-Debatte mutiert, in der der frühere Klinik-Standort Wadern und der noch bestehende Losheim gegeneinander ausgespielt werden.

Oder gegeneinander aufgehetzt.

Mit ihrem ebenso überraschenden wie wohlklingenden Ausbau-Angebot für die Losheimer Klinik hat der Krankenhaus-Träger Marienhaus GmbH pünktlich zum Ende des Interessenbekundungsverfahrens für die Nordsaarlandklinik eine ordentliche Portion Öl ins Feuer gegossen und zugleich der Landespolitik ganz unverhohlen die Pistole auf die Brust gesetzt. Jetzt ist klar: Sollte tatsächlich eine neue Klinik im Hochwald kommen, ist das Losheimer Krankenhaus Geschichte. Und der Träger wird der Landesregierung die Verantwortung dafür zuschreiben. Dabei wird dann keine Rolle mehr spielen, wie ernst das Marienhaus-Angebot wirklich gemeint ist.

Mit der kurzfristigen Verlagerung der Konservativen Orthopädie nach St. Wendel wurde dem Losheimer Haus überdies das einzige Standbein genommen, das das ohnehin wackelige Gebilde noch einigermaßen im Gleichgewicht gehalten hat.

Diese Abteilung wird nicht mehr nach Losheim zurückkehren, das ist, wiewohl vom Träger noch nicht offiziell bestätigt, offenkundig jedem klar. Also gibt es für dieses (zu) kleine Haus nur eine einzige Überlebens-Option: nämlich den Ausbau, den der Träger vorgeschlagen hat. Dann entstünde in Losheim aber ein ganz anderes Krankenhaus als das, was die Landesregierung mit ihrer Nordsaarlandklinik im Sinn hatte. Seit wenigen Tagen steht fest: Der Poker um unsere und mit unserer Gesundheit, er ist eröffnet.