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Wochenkolumne
Eine Entscheidung mit Augenmaß

FOTO: SZ / Robby Lorenz
In großer Einmütigkeit hat der Stadtrat von Wadern eine wichtige Weichenstellung in der Diskussion um den Windpark Wenzelstein vollzogen. Verwaltung und Rat haben mit ihrem Beschluss, das gemeindliche Einvernehmen zum Bauantrag des Investors ABO Wind zu versagen, eines deutlich gemacht: Die Stadt will bei den Planungen mitbestimmen können, so weit es ihr eben möglich ist.

Dass die Einflussmöglichkeiten bei diesem Projekt begrenzt sind, müssen allmählich auch jene anerkennen, die sich kategorisch dagegen wehren: Die Flächen, auf denen die Windräder gebaut werden soll, befinden sich nicht im Besitz der Stadt, sondern gehören einem Anderen. Dass der Windkraft generell angemessener Raum geschaffen werden soll, ist eine Vorgabe von „ganz oben“ von Seiten des Bundesgesetzgebers. „Privilegiertes Vorhaben“ nennt sich das, und es stellt eine nicht leicht zu nehmende Hürde für juristische Auseinandersetzungen um Windkraft-Projekte dar.


Was das bedeutet, wurde in der Ratssitzung wieder deutlich gesagt: Eine Verhinderungsplanung ist nicht zulässig. Dies wäre womöglich der Fall, wenn die Stadt im nun anstehenden Bebauungsplanverfahren festlegen würde, dass die Wenzelstein-Windräder sich mindestens 2000 Meter von der nächsten Wohnbebauung weg befinden würden. Eine solche Vorgabe wäre riskant, könnte von einem Gericht gekippt werden. Wichtig ist also das Augenmaß. Und wichtig ist, die richtigen Schritte zur richtigen Zeit zu tun. Stadt und Stadtrat haben die Windkraft-Planungen für den Wenzelstein sozusagen auf Anfang gestellt. Es ist nun an der Zeit, dass bei diesem Projekt mehr der Dialog als die Kontroverse in den Mittelpunkt rückt. Um es ganz deutlich zu sagen: Die Windräder auf dem Wenzelstein verhindern wird wohl niemand können. Etwas anderes zu suggerieren oder zu versprechen, wäre unseriös. Es kann einzig und allein darum gehen, die Planung so zu gestalten, dass sie für alle, die davon betroffen sind, erträglich ist.