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Wir verstehen euch ohne viele Worte

Wir verstehen euch ohne viele Worte

Ich lach mich immer wieder halb kaputt über euch Menschen. Da braucht es wirklich US-Forscher, die die Komunikation zwischen Menschen und Hunden untersuchen. Und verblüffende (gähhn!!!) Ergebnisse vorlegen: Sprechen erwachsene Menschen mit Hunden, ist die Stimmlage eines Erwachsenen abhängig vom Alter des Hundes und dem Geschlecht der Person. Während Frauen vornehmlich freundlich und mit hoher Tonlage Hunde ansprechen, liegen Männer im Tonfall deutlich tiefer - männlicher. Spätestens jedoch, wenn sich Männer unbeobachtet fühlen, fallen auch sie hin und wieder in die Babysprache, wenn sie mit einem Welpen kommunizieren.

Das stimmt übrigens, und wirkt in der Regel auf uns Vierbeiner vollkommen lächerlich. Immerhin sind wir clever genug, auf die Brabbellaute zu reagieren - in der Regel regnet es Leckerchen, was ja nicht zu verachten ist. Blöd rumbrüllen bringt natürlich auch nichts, weil es ja den meisten von uns relativ schnell gelingt, unsere Menschen zu erziehen. Aber die merken das in den meisten Fällen nicht, sondern sind stolz wie Bolle darauf, wie relativ schnell wir wieder zu Herrchen und Frauchen kommen - und verabreichen mit stolzgeschwellter Brust noch mehr Leckerchen.

Mein Mensch und ich haben uns auf ein paar Begriffe geeinigt, das ganze Geschichtenerzählen schenkt er sich, weil er weiß, dass es mich eh nicht beeindruckt. Nonverbale Kommunikation ist das Stichwort. Während also andere Hundeführer lange Sätze absondern wie "Rocko, geh da weg, das ist bah, komm hier bei Fuß, aber jetzt sofort, wie lange muss ich noch rufen?!", genügt bei mir ein scharfer Blick und noch ein schärferes "Pfui" und alles ist gut. Jetzt muss ich nur noch überlegen, wie ich bellen und gucken soll, damit mein Mensch versteht: Ein scharfes "Wuff" heißt "Lyoner - jetzt!"