Wie kann Merzig so mit seinem Alleinstellungsmerkmal umgehen?

Wochenkolumne : Einzigartiges verschleudert

Merziger, die Marke Saft, gibt es schon mal an so entlegenen Plätzen wie der Tölzer Hütte auf dem Brauneck in Lenggries. Bis Japan und mutmaßlich rund um den Globus gibt es Menschen, die unsere Heimat als „Stadt der Wölfe“ kennen – Werner Freund selig sei immer noch Dank und Anerkennung.

Und was ist da noch an Alleinstellungsmerkmalen? Es kommt sicherlich das eine Produkt und das andere Typische dazu. Aber die Oper im Zelt seinerzeit und der Zeltpalast, der daraus entstanden ist, sind ganz bestimmt ganz nah dran an den beiden Erstgenannten. Nichts gegen die Qualität der Aufführungen und Darbietungen, ebenso wenig gegen die praktische Idee, in einem Sowieso-da-Oktoberfestzelt Veranstaltungen zu präsentieren. Aber nicht erst die Frage: „Ihr macht ein Zeltfestival nicht da, wo euer berühmter Zeltpalast steht?“ sollte stutzig machen.  Die wurde mir tatsächlich gestellt.

Ich frage mich auch: Wie kann es sein, dass die Stadt zugunsten kultureller und kommerzieller Partner auf die Idee kommt, etwas so Einzigartiges wie diesen Markennamen zu verschleudern? Da fehlt es an Wertschätzung für etwas, was unsere Stadt ausmacht, und – ganz nebenbei bemerkt – auch an Wertschätzung für einen Merziger Kulturmacher Joachim Arnold.

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