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Was nach sechs Monaten bleibt

Zugereist. Lars Reusch

Was der Zugereiste nach sechs Monaten Merzig - ab April ist er in Saarbrücken stationiert - nicht vermissen wird, ist der lange Arbeitsweg. Das Saarland ist ja wirklich nicht groß, aber von Saarbrücken nach Merzig ist es schon eine kleine Pendelei. Dabei ist der Weg aus Saarbrücken raus, wo man sich von roter Ampel zu roter Ampel quält, fast noch langwieriger als die Autobahnfahrt selbst. Und den Merziger Redaktionsparkplatz, den wird der Zugereiste auch nicht vermissen. Immerhin hat er es ein halbes Jahr lang geschafft, sich dort rein und wieder raus zu manövrieren, ohne einmal die Haftpflichtversicherung bemühen zu müssen - das ist bisher noch nicht jedem Merziger Volontär gelungen.

Den Seffersbach wird er aber vermissen, der am Redaktionshäuschen vorbeifließt. Die Saarschleife andererseits geflissentlich zu ignorieren, die einen hier ja von jeder Postkarte anspringt, als gäbe es gar nichts anderes, das wird er auch vermissen. Und dass in Merzig-Wadern immer einer mit dem Weinglas klimpert. Diese eigenartigen Wörter und Bräuche, von der Hänk' bis zum roten Apfel, in den die frisch Vermählten beißen. Vor allem aber die Offenheit, die hier den Zugereisten entgegenschlägt. Ob sie nun aus Fachingen kommen oder aus Syrien oder aus Eritrea , ihnen wird gern die Hand gereicht, und das ist durchaus bemerkenswert und wird auch in Erinnerung bleiben.

Lars Reusch stammt aus Fachingen an der Lahn , an der Grenze von Rheinland-Pfalz nach Hessen. Bis Ende März führt ihn sein Volontariat täglich nach Merzig .