Ungewisse Zukunft der Verbände

Es kam, wie es zu erwarten war: Am vergangenen Sonntag hat der Vorstand des Kreis-Chorverbandes es trotz intensiver Bemühungen im Vorfeld seiner Mitgliederversammlung nicht geschafft, aus seinen Reihen Personen zu finden, die einen neuen Vorstand bilden wollen. Es ist verständlich, dass die bisherigen Amtsträger, die sich seit fast 30 Jahren ehrenamtlich im Chorverband engagiert haben, nunmehr ihr Engagement in andere, jüngere Hände geben wollen. Indes: Es ist niemand in Sicht, der diese Aufgaben übernehmen will. So steht eine traditionsreiche Institution vor einer ungewissen Zukunft. Und es ist möglicherweise nicht der letzte Verband, dem ein solch trauriges Schicksal droht. Wie ist es um die Imker bestellt, um die Brieftaubenzüchter, um die Berg- und Hüttenarbeitervereine? Die Probleme, die den Kreis-Chorverband plagen, sind wohl auch ihnen geläufig: Überalterung der aktiven Mitglieder, schrumpfende Mitgliederzahlen, fehlender Nachwuchs in den eigenen Reihen. Es hat mit Demographie zu tun, auch mit einem gewandelten Zeitgeist und neuen Formen der Freizeitbeschäftigung. Die Ursachen der strukturellen Probleme sind bekannt. Mögliche Lösungsansätze dafür aber leider nicht.