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Tipp zum Zeitvertreib von Johannes Werres

Freizeittipp : Nicht nur ein Tipp, sondern viele

Arbeit im Homeoffice laugt so richtig aus, ganz anders als erwartet und auch irgendwie anders als die Arbeit in der Redaktion. Ich verstehe jetzt den dringenden Rat, Tage zu strukturieren – und Pausen zu machen.

Mache ich, und dabei entdecke ich, Zeit genug zu haben, den Kaffee von Hand zu filtern. Vollautomaten hin oder her. Im Keller fand sich ein makelloser Porzellanfilter. Und diesen Kaffee, wenn er denn stark genug ist, trinkt man nicht so nebenbei. Er fordert die ganze Aufmerksamkeit und bekommt sie.

Natürlich wäre jetzt trotz allem Zeit, die Steuererklärung zu machen. Und dafür, mal alle Dokumente von A wie Autoversicherung bis Z wie – ja wie? Soweit bin ich noch nicht – durchzusehen und, wie in meinem Fall, zu ordnen. Und da draußen, da ist Frühling, was passt da besser, als in einem Gedichtband zu blättern? Mir gefallen gerade jetzt Lyriker des 19. Jahrhunderts: Droste-Hülshoff, Schiller, Eichendorff, Brentano, Heine, Mörike, Platen, Fontane, Storm. Oder ein bisschen 20. Jahrhundert, Ringelnatz, Kunze. Schön, wirklich.

Und dann soll es noch Leute geben, die diesen einen Film nicht kennen, den ich auf DVD gerade wieder gesehen habe: „Willkommen bei den Sch’tis“. So im Großen und Ganzen erinnerte er mich von ferne an meinen eigenen Umzug ins Saarland vor langer Zeit. Einfach wundervoll, dieser Film!