Polizeitaktik gegen Hakenkreuze auf Flohmarkt in Saarlouis lächerlich

Wochenkolumne : Total energisch . . . erstmal abgewartet

Wenn diese Taktik Standard wird, wird das Saarland ein Dorado für Leute, die es mit Recht und Gesetz nicht so ernst nehmen. Denn wenn diese Taktik sich durchsetzt, läuft das künftig so: Sie drehen in der Firma oder auch privat ein bisschen an den Zahlen?

Keine Bange, die Steuerfahndung sagt Bescheid: „Kommen nächste Woche, 18 Uhr, vorbei.“ Oder Sie kaufen schon mal Waren nicht ganz geklärter Herkunft an? Macht nichts. Bevor Ihr Lager inspiziert wird, gibt es einen freundlichen Anruf: „Wär’s recht mit Donnerstag, halb drei?“

Alberne Satire? Leider nein. Gegenstände mit Hakenkreuzen aus der Zeit des Nationalsozialismus zu verkaufen, ist in unserem Land verboten. Solche Faschisten-Andenken haben also auf Flohmärkten erstens nichts verloren. Und wer sie zweitens dennoch anbietet, begeht eine Straftat. Das mögen neuerdings wieder mehr Leute bedauern, gilt zum Glück aber nach wie vor.

Und was passiert in Saarlouis auf dem Großen Markt? Ein Streifenwagen parkt gut sichtbar für alle Standbetreiber minutenlang, ehe Uniformierte aussteigen, um dann doch mal nachzuschauen, ob es womöglich was zu entdecken gibt. Da haben unsere Sicherheitskräfte aber mal so richtig energisch – abgewartet. Wirklich komisch, dass die Polizei keine Beweisstücke aus dem braunen Fundus mehr fand. Es gäbe da einen Tipp: Ohne Tatütata in zivil über den Flohmarkt schlendern. Könnte dazu führen, aufzufinden, was Alt- und Neu-Nazis dort dealen. Oder will man das gar nicht?

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