Optimistisch ins neue Jahr!

Die Weihnachtzeit hat eine Art magische Kraft. Die Menschen sind plötzlich wie ausgewechselt, grüßen einander freundlich, rücken in der Bahn näher zusammengerückt, blenden den Alltag für kurze Zeit aus. Kurz. Das ist das Stichwort. Denn kaum ist die letzte Gänsekeule vom festlich gedeckten Tisch geräumt, erinnern wir uns leider wieder an all das, was uns vor der kurzzeitigen Amnesie beschäftigte.

Dieses schreckliche Jahr 2016. Dieses Jahr des Terrors und des schrecklichen Krieges in Syrien, der Milionen Menschen aus ihrer Heimat vertrieb und viele das Leben kostete. Dieses Jahr, in dem der türkische Präsident Erdogan die Demokratie in seinem Land mit Füßen trat. Dieses Jahr, dass es einem geldgeilen, rassistischen Sexisten ermöglichte, Präsident der USA zu werden. Dieses Jahr, das mit einem Terroranschlag auf dem Berliner Weihnachtsmarkt in der vergangenen Woche seinen traurigen Abschluss findet, uns alle fassungslos und nach Antworten suchend zurücklässt.

Und dann sind da noch all diese großen Namen, die sich still und leide verabschiedet haben: George Michael , Prince, Leonard Cohen , Bud Spencer , Götz George , Muhammad Ali und Hans-Dietrich Genscher um nur einige Namen zu nennen.

Doch die Uhr dreht sich weiter und jedes Jahr nimmt irgendwann ein Ende - glücklicherweise. Und gerade aus beschissenen Jahren sollte man sich mit einer besonders großen Feier verabschieden und auf ein besseres Jahr hoffen. So wie die Menschen in Perl: Dort fand zum Jahresende hin die traditionelle Weinsegnung statt, bei der dem Herrgott für die hochkarätige Ernte in diesem Jahr gedankt wurde - so ist's richtig. Auch von grausamen Jahren wie diesem, sollte man sich nicht unterkriegen lassen und sich ein gutes Glas Wein schmecken lassen.