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Nicht gut für Beschäftigte

Bevor jetzt aus vielen Ecken Zeter und Mordio geschrieen und das Abzocken der Autofahrer lauthals beklagt wird, sollte man sich die Zeit nehmen, das neue Parkraumkonzept für Merzig genauer zu betrachten. Wer dies tut, bemerkt, dass einerseits auf einer ganzen Reihe von bisher kostenpflichtigen Parkplätzen künftig zumindest zeitlich begrenzt für umsonst geparkt werden kann. Gleichzeitig werden die Möglichkeiten zum kostenfreien Dauerparken abgeschafft. Doch ist dieser Schritt nachvollziehbar. Denn die Analyse der Stadt, wonach insbesondere der gut gelegene Parkplatz an der Stadthalle fast ausschließlich von Pendlern und in Merzig Beschäftigten genutzt wird, ist gewiss zutreffend. Und dafür ist er eigentlich zu schade. Während indes für die Pendler brauchbare Alternativen an anderer Stelle geschaffen werden, zahlen die Arbeitnehmer die Zeche: Sie müssen künftig Tages-, Monats- oder Jahreskarten kaufen, ohne dass ihnen damit ein freier Stellplatz garantiert ist. Die Beschäftigten in Geschäften, Arztpraxen, Banken und Büros werden durch die neuen Regelungen zur Kasse gebeten, während ihre Kunden (als Kurzzeitparker) entlastet werden. Und auch das gehört zur Wahrheit dazu: Selbst nach Einführungen der neuen Regelungen hat Merzig vergleichsweise moderate Gebührenstrukturen. Wer das nicht glaubt, möge sein Auto einmal für ein paar Stunden in Saarlouis oder Saarbrücken abstellen. Christian Beckinger