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Kolumen Unsere Woche
Time to say Goodbye

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Normalerweise sollen wir ja fremdsprachige Formulierungen in unseren Texten vermeiden. In dem Fall passt die englische Überschrift aber, denn es ist nun an der Zeit, „Goodbye“ zu sagen – und zwar zur Umstellung der Zeit. Von Christian Beckinger

Da hat tatsächlich EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker verkündet, was zuvor Generationen von Europa-Politikern nicht fertig gebracht haben: Die Zeitumstellung von Winter- zu Sommerzeit und umgekehrt wird ad acta gelegt. Und zwar wohl schon im nächsten Frühjahr. Dann müssten wir uns nur noch zwei Mal fragen: „In welche Richtung drehen wir den Zeiger denn nun?“ Und wie das so ist mit Ritualen: Sie werden einem selbst dann ein bisschen fehlen, wenn sie eigentlich nerven – wie die Zeitumstellung eben. Wir bei den Medien werden künftig im Frühjahr und Herbst eine Meldung weniger haben, für die wir einen Platz reservieren müssen. Und die Dauer-Empörten in den sozialen Netzwerken müssen sich ein neues Thema suchen, über das sie sich aufregen und per Facebook-Petition zum Widerstand aufrufen können. So long, Zeitumstellung. Es war nicht immer schön mit dir. Aber du gabst uns immerhin Gesprächsstoff.