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Kommentar zum Streit um die Kreuzung an der Marienkapelle

Kommentar : Wirklich alternativlos?

Die Argumente der Merziger Kirchengemeinde St. Peter sind nachvollziehbar, und sie sind treffend: Wenn die Kreuzung an der Marienkapelle wirklich so umgebaut würde, wie der Landesbetrieb für Straßenbau es vorhat, dann wären der Charme und die spezielle Ästhetik dieses historischen Ensembles aus Kapelle, Grünfläche und Baumbestand dahin.

Es stellt sich die Frage, ob es wirklich keine Alternative dafür gibt, auf einem nicht einmal 40 Meter langen Straßenstückchen eine vierspurige Megakreuzung zu bauen? Zweifelsohne ist diese Ecke eine ziemlich verzwickte Stelle im Merziger Straßennetz – aber muss man sie deswegen wirklich auf Autobahnformat ausbauen und jegliche städtebaulichen Nuancen dabei plattmachen? Muss wirklich jede Fahrtrichtung an dieser Ampel eine eigene Fahrspur bekommen? Wollen so viele Autos an dieser Stelle geradeaus weiterfahren in die Wilhelmstraße? Oder könnte man nicht doch die Linksabbieger und die Geradeausfahrer auf einer Spur zusammenfassen, ohne dadurch den Verkehrsfluss massiv zu beeinträchtigen?

Der Landesbetrieb für Straßenbau sagt auf diese Fragen Nein. Aber der hatte auch vor ein paar Jahren einmal erklärt, dass gegenläufiger Verkehr in den beiden Röhren des Pellinger Tunnels ganz und gar unmöglich sei. Um dann einige Zeit und einige massive Proteste später genau diesen doch möglich zu machen.