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Kommentar zu den Vorfällen im Waderner Krankenhaus

Wadern : Datenschutz geht wahrlich anders

Ignoranz, Sorglosigkeit, Schludrigkeit oder alles zusammen? Diese Frage drängt sich einem auf, wenn man die Beweisfotos der sensiblen Akten betrachtet, die frei zugänglich im ehemaligen Waderner Krankenhaus verstreut sind.

Natürlich lässt sich ein Gebäude, in dem die Abrissarbeiten in vollem Gange sind, nicht absichern wie die Bank von England. Das leuchtet jedem ein, und das verlangt niemand.

Wenn man das jedoch weiß, warum werden solche Dokumente, die Aufschluss über Patienten und Mitarbeiter geben, nicht vorab in Sicherheit gebracht? Datenschutz geht wahrlich anders. Die Marienhaus Holding scheint nicht nur mit dem Geld des Steuerzahlers ein für die Region wichtiges Krankenhaus schließen zu dürfen. Sie stellt mit diesem Verhalten auch ehemalige Patienten bloß, die einst Ärzten und Pflegern vertraut haben. Mit dem Vorwurf, dass jemand eingebrochen habe, macht es sich der Krankenhausträger sehr einfach. Das ist so, als würde man seine Bürgschaften in den frei zugänglichen Vorgarten legen und sich dann wundern, wenn jeder einen Schuldenbuckel nennt.