Kolumne "Wort zum Alltag": Mondlandung

Wort zum Alltag : Eine heikle Mission

Vor 50 Jahren betrat der erste Mensch den Mond. Die Worte, die Neil Armstrong sprach, als er den Fuß in den Staub setzte, sind legendär: Ein kleiner Schritt für einen Menschen, ein großer Schritt für die Menschheit.

Ein waghalsiges Unterfangen, eine heikle Mission, die glücklich endete.

Jesus sandte seine Anhänger ebenfalls auf eine heikle Mission. „Heilt Kranke, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt Dämonen aus.“ Mit ihren Worten sollten sie die Menschen davon überzeugen, dass das Himmelreich nahe war.

Ihre Mission war notwendig. Nicht, um irgendeinen politisch motivierten Wettlauf zu gewinnen. Es ging um die Menschen, die Not litten und hilflos waren. Ihnen sollte der Himmel nahe kommen. Und dafür suchte der Messias Unterstützung.

Übrigens bis heute: Denn am Zustand der Welt hat sich seit damals kaum etwas verändert – trotz Mondlandung und technischen Fortschritts. Noch immer sterben Menschen an Hunger, im Krieg, auf der Flucht. Noch immer sind Ressourcen ungleich verteilt, noch immer werden Menschen ausgegrenzt, noch immer produzieren wir mehr Leid als Not zu lindern. Darum delegiert Jesus sein Evangelium an uns, wie er zu reden und zu handeln.

Den Himmel auf die Erde herab zu predigen ist nicht weniger abenteuerlich, als die Erde zu verlassen, um das Weltall zu erforschen. Auch das ist eine heikle Mission. Denn wer Menschen in Not beisteht, der ergreift Partei für all jene, die durch unsere Gesellschaft benachteiligt werden und viel zu selten unsere Hilfsbereitschaft und Solidarität erfahren.

Umso wichtiger ist es, sich an das Wort zu halten, das uns Jesus mitgegeben hat: „Was ihr umsonst bekommen habt, das gebt umsonst weiter.“ Mir fallen da Liebe, Barmherzigkeit, Mitgefühl und Offenheit ein. Fangen wir dabei ruhig mit einem für uns kleinen Schritt an. Wer weiß, ob er nicht zu einem großen Schritt für die Menschheit werden kann.

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