Kolumne Apropos Wild blüht die Pflanzenpracht

In der Dürre durfte alles im Garten stehen bleiben, was grün blieb, ohne gegossen zu werden. Nun findet sich unsere Autorin in einem Mini-Dschungel wieder.

 Kommentarkopf, Foto: Robby Lorenz

Kommentarkopf, Foto: Robby Lorenz

Foto: SZ/Robby Lorenz

Ist Ihnen schon mal aufgefallen, wie schön so manches Unkraut blühen kann? Das bewundere ich derzeit jedes Mal, wenn ich aus dem Fenster blicke, ganz egal, ob nach vorne oder hinten raus. Wenn ich nach Hause komme, am Vorgarten vorbei zur Garage gehe oder in den Garten selbst. Überall blüht es zitronen-gelb, pink und weiß. Und dazwischen grünt es munter. So munter, dass ich mich manches Mal frage, ob ich dieses oder jenes Pflänzchen gesetzt habe, oder ob es sich von allein hier niedergelassen hat. Wie diese völlige Entgleisung des Grünzeugs gelingen konnte? Der Sommer ist schuld, ganz klar. Bei der Dürre vor einigen Wochen habe ich Gnade walten lassen. Alles, was in irgendeiner Form grün war und überlebt hat, ohne dass ich es gießen musste, durfte bleiben. Und dann? Nass-warmes Gewächshaus-Klima. Wenn ich dem zunehmenden Wildwuchs mit der Harke an den Kragen wollte, fing es stets zu regnen an. Und ich kapitulierte. Nur um nun vor diesen hübschen Pflänzchen zu stehen und deren Pracht zu bewundern. Eigentlich versuche ich ja sowieso, das Wort „Unkraut“ durch „Wildpflanzen“ zu ersetzen und mehr über deren Nutzen zu lernen. Ich schätze, Teile des Mini-Dschungels bleiben noch eine Weile – und ich nehme öfter ein Bestimmungsbuch in die Hand als eine Harke.