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Kolumne Wort zum Alltag
Jeder Mensch braucht ein Zuhause

Wie würden Sie entscheiden, wenn Sie eine Wohnung zu vermieten hätten? Der alleinerziehende Altenpfleger Herr Meier mit seinen drei kleinen Kindern; die frisch anerkannte nette syrische Flüchtlingsfamilie Familie Baschar mit vier Kindern oder Familie Heinz, er Ingenieur, seine Frau, Lehrerin.

Sie werden gedanklich möglicherweise zwischen Sympathie, Neugierde, sozialer Bedürftigkeit der Familie oder eigener Selbstwirksamkeit, die Welt ein wenig verbessern zu können, abwägen. Und schon sind wir selbst mitten drin in dem facettenreichen Thema Wohnen und sozialer Zusammenhalt.


„Jeder Mensch braucht ein Zuhause“ – so lautet das Jahresthema des Deutschen Caritasverbandes.In einem Popsong von Adil Tawil heißt es: „Zu Hause ist da, wo deine Freunde sind.“ Wer sich zu Hause fühlt, hat mehr als nur ein Dach über dem Kopf. Lebensqualität, Geborgenheit und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben haben genauso viel damit zu tun wie die eigenen vier Wände.

Der Ruf nach bezahlbarem Wohnraum ist unüberhörbar. In Deutschland fehlen eine Million Wohnungen. Das Problem ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Wohnungen werden luxussaniert, Mieten steigen stark, Menschen müssen ihr langjähriges Zuhause verlassen und finden keine neue Wohnung, die sie sich leisten können. Sie verlieren ihr soziales Umfeld und ihr Zuhause.

Es ist schade, denn in einem reichen Land wie Deutschland darf ein Zuhause nicht Privileg sein, sondern Grundrecht. Was verstehen wir unter „Gutem Wohnen“, wie wichtig ist es uns? Welche Antworten wünschen wir uns?

Lassen Sie uns gemeinsam überlegen und mit Herz und Verstand, die nötigen Schritte gehen!



Sara Kuhn, Dienststellenleitung Caritas der Gemeinde Merzig