Die Karawane der Geldboten

In jüngster Zeit vergeht kaum ein Tag, an dem nicht irgendein Landesminister seine Aufwartung in unserem Kreis macht, um einem erfreuten Verwaltungschef einen Zuwendungsbescheid zu überreichen - Geld, mit dem das Land mannigfaltige Projekte in unserer Region unterstützt. Dass dabei ein irgendwie gearteter Zusammenhang mit der in wenigen Wochen bevorstehenden Landtagswahl besteht, würden die Betroffenen natürlich entrüstet zurückweisen. Doch es ist schon auffällig, dass selbst für Förder-Beträge, für die sich sonst allenfalls ein Staatssekretär auf den weiten Weg von Saarbrücken in den Kreis Merzig-Wadern macht, zuletzt stets dessen oberster Dienstherr die Aufgabe des Geldboten übernahm.

Und überhaupt: Woher stammt eigentlich das viele Geld, das die Regierenden so gerne und zahlreich unters Volk bringen? Nun, ganz einfach: Es kommt von uns, wir selbst haben mit unseren Steuern und Abgaben die Konten gefüllt, die nun für die Verteilung der Landeszuschüsse wieder geplündert werden. Das wäre dann in etwa so, als wenn ein Bankdirektor zu einem Kunden kommt und ihm voller Stolz einen Scheck über die Sparzinsen überreicht, die dem Kunde dank seiner Einlagen bei der Bank ohnehin zustehen.