Spende: In Mbengwi fließt jetzt sauberes Wasser

Spende : In Mbengwi fließt jetzt sauberes Wasser

Leser der Saarbrücker Zeitung haben nach einem SZ-Bericht rund 6000 Euro für dringend benötigte Brunnen in Kamerun gespendet. 

Im  vergangenen Jahr besuchte der damals 18-jährige Jonas Morbe ein Waisenhaus in Mbengwi, Kamerun. Die Idee, vor dem Studium hinaus in die Welt zu gehen und etwas Wohltätiges zu tun, ist seit Jahren in ihm gereift und nach dem Abitur im Sommer 2017 war es soweit. Durch die Organisation „Weltsicht“ wurde er nach Mbengwi ins westliche Kamerun vermittelt. Die Saarbrücker Zeitung berichtete Mitte Dezember 2017 von der schlechten Wasserversorgung während der Trockenzeit, und Jonas startete einen Spendenaufruf in diesem Artikel, dem viele gefolgt sind.

Nur eine Woche nach Erscheinen des Berichtes in der Saarbrücker Zeitung erkrankte plötzlich der elfjährige Waisenjunge Clinton, der in den Straßen der Provinzhauptstadt Bamenda aufwuchs, stark. Aufgrund der zu dieser Zeit mangelhaften Wasserversorgung war Clinton genauso wie alle anderen Kinder dazu verpflichtet, das dreckige Bachwasser zu trinken. An Weihnachten diagnostizierte der Arzt bei ihm gleichzeitig Malaria, Typhus und noch eine weitere Infektion, die er sich aufgrund des unreinen Wassers zugezogen hatte. Nach Wochen von Schmerzen und enormem Gewichtsverlust, in denen der Waisenjunge ums Überleben kämpfte, konnte er glücklicherweise die Krankheit besiegen und ist mittlerweile wieder voll genesen.

Dass solch ein Schicksal niemand mehr im Waisenhaus teilen muss, verdanken die Bewohner den rund 6000 Euro an Spenden, die durch den Zeitungsartikel der Saarbrücker Zeitung gesammelt werden konnten.  Denn gleich nach Eingang der Spenden begann in Kamerun sofort der Bau des so dringend benötigten Brunnens.

Zunächst entstand innerhalb weniger Wochen ein Wasserreservoir in dem 5000 Liter Grundwasser gesammelt werden können. Die Bohrung des Brunnens gestaltete sich jedoch schwieriger. Bei den beiden ersten stieß man auf Stein, der vom Bohrer nicht durchdrungen werden konnte. Erst der dritte Versuch war erfolgreich. Eine elektrische Pumpe wurde dann installiert, die seit Mai  endlich eine durchgehende, saubere Trinkwasserversorgung ermöglicht.

Damit auch trotz häufiger Stromausfälle immer Wasser gefördert werden kann, wurden außerdem Solarpaneelen aus Nigeria bestellt, die das Waisenhaus im unter struktureller Diskriminierung leidenden Westen Kameruns neben der Wasserversorgung auch von der Stromversorgung unabhängig machen können.

Da vermutet wird, dass die Waffen der westkamerunischen Rebellen aus  Nigeria stammen, gibt es leider Probleme an der kamerunisch-nigerianischen Grenze, die für Verzögerungen der Lieferung sorgen. Daher werden die Solarpaneelen erst im Laufe der nächsten Wochen das Waisenhaus erreichen.

Um die Ausführungen der Arbeiten zu sehen und um bei der weiteren Organisation zu helfen, war Jonas im Mai und Juni diesen Jahres ein zweites Mal vor Ort.

Da die Spendenbereitschaft so hoch war, konnte von dem Geld zusätzlich der Bau einer neuen Küche unterstützt werden. Die alte Küche war ohne funktionstüchtigen Abzug, und da vor Ort immer auf Feuer gekocht wird, zog der Rauch in die Kinderzimmer. Das war vor allem abends problematisch, weil die Kinder in ihrem Zimmer kaum atmen, geschweige denn schlafen konnten.

Außerdem konnte Jonas zusammen mit Brendi und Paul, zwei der älteren Waisenkinder, die Kinderzimmer des Waisenhauses mit Regalen ausstatten, in denen jetzt jedes Kind ein eigens Regalfach für sein Habe hat. Vorher mussten die Kleider der Waisen in Plastiktüten und alten Koffern auf dem Boden gelagert werden.

Den älteren, fußballverrückten  Waisenjungen brachte Jonas acht Paar Fußballschuhe mit, und er bekam von der Firma 90plusX einen Satz Trikots gesponsert, die er ebenfalls den „big boys“ schenkte.

Weiterhin stattete er die kleineren Kindern mit Malbüchern aus und kleidete alle mit in zwei Koffern mitgebrachter Kleidung neu ein.

Die letzten übrigen Euros der Spenden verwendete Jonas, um den Kindern die Möglichkeit zu geben, mit ihm einen kleinen Ausflug zu machen, Er nahm immer einen Teil der Kinder mit und ging mit ihnen in die Innenstadt, um dort eine Limo zu trinken. Dies war ein großes Highlight für die Kleinen, die sonst nie die Möglichkeit haben, das Waisenhaus zu verlassen.

Selbstverständlich wurde auch das Fahrrad für Big Bernard gekauft, mit dem er seine Arbeitsstelle zeitsparend erreichen kann. Es war zwar sein erstes Weihnachtsgeschenk überhaupt, aber er war sich auch sicher, das ist das Schönste und Beste ist ,was er jemals hätte bekommen können.

Allen Spendern sei herzlich gedankt. Auch die Kinder des Waisenhauses bedanken sich von ganzem Herzen, denn sie können kaum fassen, dass Menschen von der anderen Seite der Welt, die sie überhaupt nicht kennen, ihnen so große Geschenk machen. Jeden Abend beten die Kinder für die Menschen, die ihnen so geholfen haben.  Deshalb haben sie einen Dankesbrief verfasst, in dem sie allen Spenderinnen und Spendern ihre Dankbarkeit ausdrücken. Darin schreiben sie, dass es, obwohl sie die Spender nicht kennen ihr größter Wunsch ist, sie eines Tages mal zu treffen, um sich bedanken zu können. „Wir lieben euch und wir wünschen euch das Beste!“

Fröhlich lachen die Kinder in die Kamera. Foto: Jonas Morbe. Foto: Jonas Morbe
Spaß am wertvollen Nass: Die Kinder erfrischen sich an dem sauberen Wasser. Foto: Jonas Morbe
Die Waisenkinder freuen sich riesig, dass ein Brunnen frisches und sauberes Wasser liefert. Foto: Jonas Morbe. Foto: Jonas Morbe
Stolz stehen die Waisenkinder vor den neuen Regalen. Foto: Jonas Morbe. Foto: Jonas Morbe
Das tut gut, wenn man die Hände unter kaltes Wasser hält.  . Foto: Jonas Morbe
Stolz präsentiert diese junge Dame ihr neues Outfit.  . Foto: Jonas Morbe
Zwei Arbeiter beim Bau des Brunnens. Foto: Jonas Morbe
Stolz präsentieren sich die Kinder in ihren neuen Kleidern. Foto: Jonas Morbe. Foto: Jonas Morbe
Limo: Für die Kinder war der Ausflug in die Stadt und die anschließende Erfrischung ein Festtag. Foto: Jonas Morbe. Foto: Jonas Morbe
Viel Spaß haben die jungen Leute, als sie die Regale zusammenbauen. Foto: Jonas Morbe. Foto: Jonas Morbe

Bei weiteren Fragen und für ausführliche Informationen: Jonas Morbe antwortet gerne per E-Mail unter j.morbe99@gmail.com.