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Kolumne
Hausaufgaben für die Politik

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Zehn Prozent mehr Mädchen und Jungen als im Vorjahr sind fürs kommende Schuljahr an den weiterführenden Schulen des Kreises angemeldet worden – darin sind die berufsbildenden Schulen noch nicht mit einbezogen. Nachdem zwei Jahre lang die Anmeldezahlen insgesamt zurückgingen, bedeutet dies wieder einen merklichen Zuwachs. Auch aus dem Grundschulbereich ist zu hören, dass wieder deutlich mehr Abc-Schützen dort angemeldet werden als noch vor einigen Jahren. Die Schülerzahlen steigen offenkundig. Und das hat nicht nur mit einer höheren Anzahl von Kindern zu tun, die infolge von Migration zu uns gekommen sind. Offenbar gibt es auch bei den Geburtenzahlen eine Trendwende: Nach Jahren des Rückgangs verzeichnen die Statistiker seit 2014 wieder mehr Geburten im Land.

Diese Entwicklung stellt die Verantwortlichen vor Ort, aber auf der Landesebene, vor Herausforderungen: Es gilt zu prüfen, ob die bestehenden (und immer wieder reformierten) Strukturen im Bildungswesen diesem zunehmenden Andrang gerecht werden. Hinzu kommt das Thema Inklusion, das ebenfalls die Unterrichtsbedingungen an den Schulen ganz maßgeblich beeinflusst. Es wird zu prüfen sein, ob die Schulstandorte in ihrem jetzigen Zuschnitt diesen Aufgaben gewachsen sind.


Und ehe jetzt an der Obermosel wieder die Wellen hochschlagen: Ja, die vieldiskutierte Grundschule in Besch hätte wegen der Schülerzahlen-Entwicklung nicht geschlossen werden müssen. Die überhastete und mit dem Holzhammer durchgezogene Schließung war eine politische Entscheidung, die andere Hintergründe hatte – nicht zuletzt die zunehmend desaströse Finanzsituation der Gemeinde Perl, die offensichtlich einige sehr kostspielige Sünden der Vergangenheit auszubaden hat.