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Mettlach
Gute Noten für Wertstoffhöfe im Landkreis

Anke Rehlinger, damals noch Umweltministerin, EVS Geschäftsführer Karl Heinz Ecker, Bürgermeister Lothar Christ und Staatssekretär Roland Krämer bei der Eröffnung des Losheimer Wertstoff Zentrums 2012.
Anke Rehlinger, damals noch Umweltministerin, EVS Geschäftsführer Karl Heinz Ecker, Bürgermeister Lothar Christ und Staatssekretär Roland Krämer bei der Eröffnung des Losheimer Wertstoff Zentrums 2012. FOTO: Werner Krewer
Mettlach/Losheim am See/mERZIG. Das Rückkonsumzentrum der Gemeinde Mettlach sowie die Wertstoffhöfe in Losheim und Merzig haben bei einer deutschlandweiten Vergleichsuntersuchung der Deutschen Umwelthilfe (DUH) besonders gut abgeschnitten. Dies teilte die Umwelt- und Verbraucherschutz-Organisation jetzt mit.

Die Tester der DUH untersuchten Ende 2017 die Rückgabe-Möglichkeiten für schadstoffhaltige Abfälle in insgesamt 102 Landkreisen und kreisfreien Städten in sieben Bundesländern (siehe Infokasten). Dabei hat die Organisation vielerorts Mängel ausgemacht, wie es in der Mitteilung heißt: „Bei fast einem Drittel der Kommunen stehen den Bürgern keine festen oder regelmäßig geöffneten Sammelstellen zur Verfügung, um ihre schadstoffhaltigen Abfälle zurückzugeben.“ In 309 von 102 untersuchten Landkreisen und Städten wurden ausschließlich Sammelfahrzeuge eingesetzt oder eine Abgabe von Schadstoffen war nur an wenigen Tagen im Jahr möglich.


Zudem stellte die DUH nach eigenem Bekunden fest, dass es bei knapp 30 Prozent der untersuchten Rücknahmestellen „ernstzunehmende Mängel beim Bürgerservice“ gab. Hier sei auch der Losheimer Wertstoffhof negativ aufgefallen, so die DUH: „Die Rücknahme von Bauschaumdosen wurde ohne nachvollziehbare Begründung verweigert“, heißt es in der Auflistung der Testergebnisse bei der Umwelthilfe. Insgesamt aber wurde das Losheimer Wertstoffzentrum in der Test-Kategorie „Guter bis sehr guter Bürgerservice“ geführt – ebenso wie die Pendants in Merzig und Mettlach.

Die Einrichtungen in dieser Kategorie zeichnen sich nach Aussage der DUH durch folgende Kriterien aus: „sehr gute und verbraucherfreundliche Öffnungszeiten, größtenteils vorhandene Ausschilderung sowie eine proaktive Bürgeransprache mit weiterführenden Informationen zur Entsorgung schadstoffhaltiger Abfälle“. Insbesondere die Öffnungszeiten hätten sich bei dem Bundesvergleich als ein Problem herausgestellt, heißt es in der Mitteilung der DUH: „Bei der Hälfte der untersuchten Sammelstellen waren nach Einschätzung der DUH die Öffnungszeiten problematisch. Sie waren nur an wenigen Tagen in der Woche geöffnet, boten keine Abgabemöglichkeiten nach 17 Uhr an oder waren samstags geschlossen.“



Nur 28 Prozent der getesteten Wertstoffhöfe hätten einen sehr guten Bürgerservice aufgewiesen. „Das ist viel zu wenig, zeigt aber, dass eine bürgerfreundliche Sammlung von Schadstoffen möglich ist und praktiziert wird“, sagt die Umwelthilfe. Dieser gute Service schlage sich nach Einschätzung der Organisation auch in einer hohen Rücknahmequote von Problemabfällen nieder. Dabei erwähnt die Umwelthilfe explizit das Mettlacher Rückkonsumzentrum als positives Musterbeispiel: In Deutschland werde pro Kopf und Jahr im Durchschnitt lediglich ein Kilo Problemstoffe über die Wertstoffhöfe gesammelt. Aber, so die DUH: „Einzelne besonders serviceorientierte Wertstoffhöfe, wie zum Beispiel in der saarländischen Gemeinde Mettlach, kommen auf 3,8 Kilogramm Problemstoffe.“

Dies sollten sich andere Kommunen zum Vorbild nehmen, findet die Umwelthilfe: „Die DUH fordert die Kommunen auf, ihrer Verantwortung zur Sammlung schadstoffhaltiger Abfälle nachzukommen und Bürgern eine flächendeckende, zumutbare und serviceorientierte Rücknahme anzubieten.“

Negativ wurde in dem Test das Angebot im Landkreis Saarlouis sowie in der Stadt Saarbrücken bewertet. Sie böten ihren Bürgern „keine festen oder nur in Einzelfällen geöffneten Sammelstellen zur Schadstoffabgabe an“. Sie werden daher in einer Negativliste der Kategorie „Schlechtes Sammelstellen-Angebot“ geführt.