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Merzig-Wadern
Erinnern gegen das Vergessen

Diese Fotocollage steht als Sinnbild über den Gedenkveranstaltungen rund um die Reichs-Kristallnacht in Trier.
Diese Fotocollage steht als Sinnbild über den Gedenkveranstaltungen rund um die Reichs-Kristallnacht in Trier. FOTO: Markus Pflüger/Arbeitsgemeinschaft Frieden e.V. Trier
Trier. Zum 80. Jahrestag der Reichs-Pogromnacht gibt es in Trier ein umfangreiches Veranstaltungs- und Gedenkprogramm.

An die Geschehnisse der Reichskristallnacht im November 1938 erinnert die Veranstaltungsreihe „80 Jahre Pogromnacht Trier“ der Arbeitsgemeinschaft Frieden (AGF)Trier unter dem Titel „Erinnern – Lernen – Zukunft gestalten“ bis Montag, 19. November. Das teilt die Arbeitsgemeinschaft mit.


Vor 80 Jahren wurde in den Novemberpogromen 1938 – auch (Reichs-) Kristallnacht genannt – am 9. November und am Morgen des 10. November offen Gewalt gegen Juden ausgeübt. Dieses Pogrom war staatlich inszeniert. Nicht nur fanatische Nationalsozialisten, sondern auch ganz normale Bürger beteiligten sich an den Verfolgungen. In Trier wurden jüdische Bürger gedemütigt, misshandelt und verhaftet, die Synagoge wurde geschändet und Geschäfte von Juden verwüstet. Diskriminierung und Gewalt folgten Beraubung und Entrechtung sowie Verfolgung, die schließlich in Vernichtung mündete.

In Trier haben sich zahlreiche Organisationen zusammengetan, und Veranstaltungen organisiert, um den Opfern zu gedenken. „Wir wehren uns gegen Versuche, diese Verbrechen zu verharmlosen und widersprechen allen Bestrebungen, gesellschaftliche Gruppen wie Juden, Muslime oder Geflüchtete zu diffamieren“, heißt es in einer Mitteilung der AG. „Wir setzen uns für eine Gesellschaft ein, in der alle Menschen respektiert werden und stellen uns mit den Gedenkveranstaltungen gegen jede menschenfeindliche Positionen, insbesondere von Seiten der Neuen Rechten“, betont Thomas Zuche von der AG.



Zentraler Programmpunkt ist die Ausstellung mit dem Titel „Das unbekannte Vernichtungslager Kulmhof“ in der Volkshochschule am Domfreihof. Über 140 Trierer Kinder und Erwachsene wurden in Kulmhof von den Nationalsozialisten ermordet, einige Trierer Familien werden vorgestellt. Benjamin Koerfer wird das Lager in den Prozess der Vernichtung der europäischen Juden einordnen. Die Ausstellung ist bis Freitag, 16. November, montags bis freitags, jeweils von 9 bis 18 Uhr im Foyer der VHS Trier zu sehen.

Für Freitag, 9. November, sind mehrere Veranstaltungen geplant. Das Stadtmuseum Simeonstift bietet um 12 Uhr eine Mittagsführung „Jüdisches Leben in Trier“ an und um 15 Uhr eine kommentierte Filmvorführung „Zeitzeugen berichten“. Um 21 Uhr bietet das Theater Trier auf der Studiobühne am Augustinerhof Geschichten von Opfern der Pogromnacht und von neuen Tätern unter der Überschrift „Der Schoß ist fruchtbar noch“.

Auch vier Gedenkveranstaltungen finden am selben Tag statt: Die AG Frieden und die Jüdische Kultusgemeinde Trier laden zum „Mahngang gegen Antisemitismus und Rassismus“ ein. Treffpunkt ist um 16 Uhr auf dem Vorplatz der Porta Nigra. An drei Stationen tragen Schüler der Berufsbildenden Schule Gestaltung und Technik Trier kurze Texte zum Thema Nazidiktatur, Verfolgung und Widerstand vor. Der Mahngang endet gegen 17 Uhr an der Stele der ehemaligen Synagoge. Dort veranstaltet die Stadtverwaltung Trier in Zusammenarbeit mit der Jüdischen Kultusgemeinde Trier eine Kranzniederlegung mit Trauergebet.

Im Anschluss findet um 17.30 Uhr eine Veranstaltung der Stadt Trier zum Gedenken an den 80. Jahrestag der Pogromnacht von 1938 in den Viehmarktthermen statt. Danach lädt die Jüdische Kultusgemeinde Trier um 19 Uhr zum Schabbat-Gebet in die Synagoge in die Kaiserstraße ein.

Anmeldung zu den Veranstaltungen unter Angabe der Kontaktdaten ist möglich per E-Mail an protokoll@trier.de oder unter Telefon (06 51) 718-3022. Das Programmfaltblatt finden Interessierte zudem im Internet: