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kommunale Kitas: Gemeinsam frühe Bildung vorantreiben

kommunale Kitas : Gemeinsam frühe Bildung vorantreiben

Was macht eine Kita für Kinder zu einer guten Kita? Merzig, Losheim am See und Wadgassen gehen dieser Frage künftig zusammen nach.

Losheim, Wadgassen und Merzig machen zukünftig gemeinsame Sache – zumindest, wenn es um die Qualitätsentwicklung in den Kindertagesstätten in Trägerschaft der drei Kommunen geht. Ganz alleine werden sie diesen Weg aber nicht beschreiten: Gefördert wird die Zusammenarbeit von dem Programm „Qualität vor Ort“, welches ein Gemeinschaftsprojekt der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS), dem Bundesfamilienministerium und der Jacobs Foundation ist.

Offiziell aus der Taufe gehoben wurde die interkommunale Zusammenarbeit am Dienstag. Marcus Hoffeld (Merzig), Lothar Christ (Losheim am See) und Sebastian Greiber (Wadgassen) unterschrieben im Merziger Rathaus den entsprechenden Kooperationsvertrag. Innerhalb des bundesweiten Programmes bilden die beiden Gemeinden und die Stadt Merzig nun ein Netzwerk. Für die Leiterinnen und deren Stellvertretungen der kommunalen Kitas in diesen drei Partner-Gemeinden stand zum Auftakt am gleichen Tag ein Workshop zur Qualitätsanalyse der Einrichtungen auf dem Programm.

Dass die Gemeinden Losheim und Wadgassen und die Stadt Merzig zusammengefunden haben, erklärte Bürgermeister Marcus Hoffeld so: „Im Bereich der Kindertagesstätten arbeiten wir schon länger zusammen und wollten mit dem Projekt ‚Qualität vor Ort’ diese noch weiter ausbauen“. Weiter sei es laut Hoffeld sehr wichtig, dass man bei einer Zusammenarbeit voneinander profitieren kann, sich austauscht und Neues lernt. Für den Merziger Bürgermeister steht das Wohl des Kindes im Mittelpunkt, denn „Kinder sind unsere Zukunft“. Hoffeld erhofft sich von dem Projekt, dass die bereits bestehende Qualität der städtischen Kitas stetig verbessert werden kann.

Diese Ansichten teilte sein Wadgasser Amtskollege, Sebastian Greiber: „Gemeinsam geht es immer besser. Unser aller Anspruch ist es, eine qualitativ hochwertige Kinderbetreuung sicherzustellen und die jetzige hohe Qualtiät noch weiter zu entwickeln.“ Ebenso sei es wichtig, dass alle Eltern in der Gemeinde das Betreuungsangebot finden, das sie brauchen, so Greiber.

Lothar Christ, Rathauschef in Losheim, richtete den Fokus auf einen anderen Aspekt: „Die katholischen Kitas waren den kommunalen Einrichtungen immer überlegen. Wir konnten aber in den letzten Jahren viel nachholen. Die Teilnahme an diesem Projekt wird diesen Fortschritt noch weiter befördern.“ Weiterhin plädiert er dafür, Kitas nicht mehr, so wie früher, als „Verwahranstalt“ zu sehen, sondern als Bildungseinrichtung. Dabei sei die Qualitätsentwicklung ein Prozess, der sich immer wieder neuen Herausforderungen stellen müsse. Als Beispiel führte er die gestiegene Zahl an Kindern mit Migrationshintergrund in Losheim an.

Vor Ort im Neuen Rathaus Merzig war auch Programmmitarbeiterin Teresa Bauer von der DJKS. „Heute findet ein Analyseworkshop statt, um zu schauen, was alles gegeben ist. Danach wird geschaut, was man erreichen will, und Ziele werden festgelegt, aus denen sich wiederum Maßnahmen ergeben“, erklärte sie den weiteren Verlauf des Projektes. Für die Umsetzung der Maßnahmen wird Prozessbegleiterin Andrea Adam von der FiTT gGmbH zuständig sein, die die Kooperation 14 Monate lang betreuen wird. Auch bietet das DJKS Vernetzungsveranstaltungen zwischen den einzelnen Gruppen an, um so für Austausch zu sorgen.

Ziel des Projektes ist es, zunächst ein Qualitätshandbuch zu erstellen, von dem alle Teilnehmer profitieren können. Dass die beiden Gemeinden und die Stadt eng zusammenarbeiten werden, weiß Nicole Holfeltz, Kita-Gesamtleiterin in Merzig: „Wir sind schon lange daran interessiert, für die kommunalen Kitas ein Qualitätshandbuch zu erstellen und uns weiter zu vernetzen, weil es keine Trägerstruktur gibt“.

Kindertagesstätten unter öffentlicher Trägerschaft werden von Stadt und Gemeinde betreut und verwaltet. Der Träger, also Stadt oder Gemeinde, gibt dabei keine pädagogische Ausrichtung vor, wodurch es zu großen Unterschieden zwischen den Einrichtungen kommen kann. Holfeltz empfindet es als wichtig, in diesem Handbuch Qualitätsprozesse festzuhalten, die dazu führen, dass sich alle Beteiligten – Kinder, Eltern und Angestellte – wohlfühlen.

 Bei der Unterzeichung der Kooperationsvereinbarung von links: Vordere Reihe: Teresa Becker, Projekt „Qualität vor Ort“; Sebastian Greiber, Bürgermeister Wadgassen; Marcus Hoffeld, Bürgermeister Merzig; Lothar Christ, Bürgermeister Losheim; Andrea Adam, FiTT gGmbH.
Bei der Unterzeichung der Kooperationsvereinbarung von links: Vordere Reihe: Teresa Becker, Projekt „Qualität vor Ort“; Sebastian Greiber, Bürgermeister Wadgassen; Marcus Hoffeld, Bürgermeister Merzig; Lothar Christ, Bürgermeister Losheim; Andrea Adam, FiTT gGmbH. Foto: Sarah Klemm

Neben Nicole Holfeltz sind die Kita-Gesamtleiterin aus Losheim, Steffi Uder, und Regina Freidhof, Gesamtleiterin in Wadgassen, in leitender Funktion in das Programm involviert. „Das Qualitätshandbuch soll als Werkzeugkiste dienen. Jeder soll darauf zugreifen können, sich etwas nehmen oder hinzufügen“, betonte Uder vor der Vertragsunterzeichnung.