| 20:52 Uhr

Zukunft der Kirche
„Kirche ist und möchte ein Orientierungspunkt sein“

Jörg
Mang
Jörg Mang FOTO: Privat
Gemeindereferent Jörg Mang denkt vor den anstehenden Firmungen in seinem Dekanat über die Zukunft der Jugend in der Kirche nach.

Was bedeutet jungen Menschen die Firmung heutzutage?



Jörg Mang: Oft hört man bei Jugendlichen die Antwort auf die Frage, warum sie gefirmt werden wollen, dass es von den Eltern so gewünscht ist. Kirche ist uncool und nicht spannend genug für junge Leute. Genau das ist es, was wir momentan verändern wollen. Man merkt das auch ganz stark an Firmlingen, die unser Programm durchlaufen. Da liegt ein meilenweiter Unterschied zwischen Beginn und der letzendlichen Firmung in der Kirche.

Was hat sich im Laufe der Jahre im Bezug auf junge Menschen in der Kirche verändert?

Mang: Natürlich ist es so, dass es den Kirchen an Nachwuchs mangelt. Die Zahlen haben sich verändert, und der Stellenwert der Kirche ist durch die Sozialisation gesunken. Früher mussten man sich keine besonderen Angebote für junge Menschen überlegen. Es gehörte einfach dazu, auch in einer eigenen Kirchengemeinschaft aktiv zu sein. Heute müssen wir uns da schon ganz schön ins Zeug legen und den jungen Leuten auch was bieten, damit sie sich wieder mehr für die Kirche interessieren.

Wie kann man junge Menschen für die Kirche begeistern? Wie sehen diese Angebote Ihrerseits konkret aus?

Mang: Erstmal ist es wichtig, dass wir die Jugendlichen ernst nehmen und schauen, was sie überhaupt interessiert. Wir arbeiten zum Beispiel mit fünf Katecheten, die erst vor drei Jahren gefirmt wurden. Das sind junge Leute, die uns immer wieder helfen, ein „cooles“ Angebot zusammenzustellen, und uns beraten. Sie sind einfach näher an unseren Firmlingen dran und wissen besser Bescheid, was junge Menschen wirklich interessiert. Wir bieten zum Beispiel auch Freizeiten, Filmabende und andere spaßige Aktionen an und hoffen, so junge Menschen wieder für die Kirche und die damit verbundene Gemeinschaft begeistern zu können. Diese Offenheit unsererseits ist für die Jugendlichen auch eine große Chance. Sie können jetzt Kirche aktiv mitgestalten und wirklich was bewegen.

Was möchte Kirche für junge Menschen sein?

Mang: Kirche ist und möchte ein Orientierungspunkt sein – und das gerade für unsere Jugendlichen. Wir vermitteln Werte. Wir schaffen mit der Kirche einen Ort, der weit weg von dem ganzen Trubel in unserer schnellen Welt ist. Kirche ist immer auch eine Gemeinschaft. Hier kann man Menschen erleben, die authentisch sind, denen man nicht egal ist, und von denen man ernst genommen wird.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft der Jugend in der Kirche?

Mang: Es ist definitiv nicht unser Ziel, junge Leute sonntags in die Kirche zu bekommen. Darum geht es uns überhaupt nicht. Es geht uns im Grunde genommen darum, Glaube zu vermitteln. Wir möchten ein positives Bild von Kirche und Glauben vermitteln und ihnen helfen, darüber zu reflektieren. Jugendliche sollen in der Kirche Glauben erfahren und erleben. Dabei sollen sie auch die Freiheit haben, selbst zu gestalten und zu kommen und zu gehen.

Die Fragen stellte Jana Bohlmann.

Das könnte Sie auch interessieren